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DAX: Spekulationen um Lösung und Nicht-Lösung im Ukraine-Konflikt sorgen für Achterbahnfahrt

DAX: Spekulationen um Lösung und Nicht-Lösung im Ukraine-Konflikt sorgen für Achterbahnfahrt

Jens Klatt, Marktstratege

(DailyFX.de) –Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag hätte man eigentlich einen verhältnismäßig ruhigen DAX erwartet, zu groß ist doch die Unsicherheit über die Worte Mario Draghis. „Hätte“, weil da noch die Krise in der Ost-Ukraine ist, die selbst eventuelle geldpolitiosche Stimuli und Geldschwemmen seitens der EZB ind en Schatten stellt.

Die Meldung, dass sich der ukrainische Präsident Poroschenko und der russische Staatsführer Putin auf eine Waffenruhe in der Ukraine geeinigt hätten ließ den DAX um 10 Uhr regelrecht explodieren, der deutsche Leitindex gewann innerhalb weniger Minuten mehr als 150 Punkte.

Das dann folgende Dementi ließ das Kursplus im DAX zwar ein wenig schrumpfen, präsentiert sich mit rund 1,3% kurz vor der US-Eröffnung immer noch stattlich. Die Nachhaltigkeit der Stabilisierung über 9.600 Punkten bleibt aber anzuzweifeln. Nicht nur, weil eine dauerhafte Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland in näherer Zukunft nicht zu erwarten ist und weitere Sanktionen der EU gegen Russland eher früher als später verkündet werden dürften.

Zudem will ich noch einmal bekräftigen, dass die Spekulationen um geldpolitische Stimuli seitens der EZB am Donnerstag kaum haltbar sind. Die EZB kann und wird derzeit keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen auf den Weg bringen können. Die im Juni angestoßenen Maßnahmen sind noch nicht angelaufen, folglich gibt es keinerlei Grundlage von nachhaltigen Erfolgen oder Misserfolgen sprechen zu können. Auch Spekulationen um Anleiheaufkäufe von Schuldtitel südeuropäischer Perpheriestaaten durch die EZB sind nahezu unmöglich. Einerseits, weil diese der EZB laut §123 AEUV verboten sind, andererseits weil es im Zusammenhang mit den im Juni verabschiedeten Maßnahmen und Nicht-Wissen der Effektivität dieser ein stückweit auch um die Glaubwürdigkeit der europäischen Währungshüter geht.

DAX: Spekulationen um Lösung und Nicht-Lösung im Ukraine-Konflikt sorgen für Achterbahnfahrt

Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Somit bleibt es dabei, dass der DAX vor einem scharfen Rücksetzer stehen könnte, der die Option neuer Jahres-Tiefststände noch vor Ende des dritten Quartals 2014 möglich macht.

Technisch zeigt sich auf der Oberseite weiter die Region um 9.600 / 620 Punkte als relevant, darüber, wie bereits im Morning Meeting gestern und heute thematisiert, der massive, natürliche Widerstand um 9.700 Punkte.

Auf der Unterseite steht ganz klar die 9.370 / 400er Marke im Fokus. Wie bereits in meiner Wochenanalyse thematisiert (http://bit.ly/1lkxVRG), würde ein Bruch den Bären sehr in die Karten spielen, den Weg zunächst in Richtung der 9.250 / 280er Region frei machen.

Auch hier ist allerdings frühestens mit einem Break nach der EZB am Donnerstag zu rechnen, unter die 9.400er Marke sehe ich den DAX zuvor kaum fallen.

DAX Chart

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

Um Jens Klatt zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Jens Klatt auf Twitter: @JensKlattFX

DAX: Spekulationen um Lösung und Nicht-Lösung im Ukraine-Konflikt sorgen für Achterbahnfahrt

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