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(DailyFX.de) Die Erholungsbewegung im DAX steht auf äußerst fragilem Fundament. Die beruhigte Lage an den US-Märkten half und bietet Zeit zu verschnaufen. Doch in den Knochen der Investoren steckt nicht nur noch der Dax-Sturz, der letzte Woche zu einem Test bis runter an das Dax-Jahrestief bei knapp über 8.900 führte. Auch die Befürchtung, vor weiteren übergreifenden Funken aus den geopolitischen Brandherden, drosselt ebenfalls die Stimmung und das Erholungspotenzial im DAX, denn Deeskalationen sind keine in Sicht. Die an den Märkten letzte Woche scharfe „Risk Off“ Stimmung könnte sich zügig zurückmelden. Auch seitens der Konjunkturindikatoren drohen weitere Schwächezeichen.

Hochstimmung flaut ab - Deutschlands Wirtschaft soll im zweiten Quartal des Jahres geschrumpft sein

Um 0,1% soll die deutsche Wirtschaftsleistung im Vergleich zum ersten Quartal geschrumpft sein. Doch bevor am Donnerstag die Aufmerksamkeit den deutschen und den europäischen Wachstumszahlen gilt, wird die morgige Veröffentlichung der ZEW-Umfrage womöglich gerade in diese Kerbe schlagen. Während die ZEW-Konjunkturerwartungen bereits seit Dez. 2013 zurückgingen und ein weiterer Rückgang von 27,1 auf 17 erwartet wird, gerät wohl auch der Verlauf der konjunkturellen Lage zunehmend unter Druck. Im Juli zeigte sich hier der erste Rückgang seit November 2013. Im August soll die aktuelle Bewertung von 61,8 im Vormonat weiter auf 54 gefallen sein.

DAX: Potenzielle Lasten - konjunkturelle Schwächezeichen und geopolitische Risiken

Ich rechne damit, dass die ZEW-Zahlen morgen unterstreichen, dass Deutschlands Wirtschaft nicht am raschen Wachstumstempo, das zu Beginn des Jahres vorherrschte, anknüpfen kann. Zunehmend werden nun auch die Spuren des anhaltenden politischen Ost-West-Konflikts sich in den Wachstumszahlen und –projektionen Deutschlands und europäischer Staaten widerspiegeln. Bedrohlicher könnte es dann für den DAX werden, wenn trotz schwächelnder Konjunkturdaten des Landes, einzelner Mitgliedsstaaten und der geringen Teuerungsrate der Eurozone, die EZB ihre geldpolitische Haltung nicht zunehmend lockern sollte oder zulange damit wartet und die erst im Juni beschlossenen Maßnahmen (Senken der Leitzinsen des Eurosystems der in den Negativkorridor, gezielte längerfristige Maßnahmen, Verlängerung der Vollzuteilung bei Tendergeschäften mit festem Zinssatz) die Realwirtschaft nicht genügend stützen.

Auf den DAX übertragen, wäre eine weiterhin zurückhaltende EZB bei schwächelnden Konjunkturindikatoren Deutschlands ein denkbarer Grund für eine vorerst noch tiefer greifende Korrektur. Zwar werden unkonventionelle ABS-Ankäufe aktuell vorbereitet, doch Handlungsbedarf sah die EZB letzte Woche noch nicht. Enttäuschende Wachstumszahlen würden zumindest für Gesprächsstoff auf der Zinssitzung auf der kommenden Sitzung sorgen.

US-Zinsspekulationen werden diese Woche keine frischen Impulse bieten

Dass nicht nur die aufkochenden geopolitischen Risiken, zuletzt für die Korrekturstimmung im Dax sorgten, sollte nicht vergessen werden. Anziehende US-Wirtschaftsdaten hinterließen den faden Beigeschmack, die US-Notenbank könnte bereits frühzeitig in 2015 an der Zinsschraube drehen und wieder einer restriktiveren Kurs einschlagen. Doch diese Woche bietet mit den US-Einzelhandelsumsätzen und dem Verbrauchervertrauen wenige Impulsgeber, die hier weitere Befürchtungen und Zinssatzspekulationen anstoßen könnten.

DAX bleibt trotz Erholung korrekturgefährdet

Mit dem Kurssprung über die 9.100er Marke eroberte sich der Kurs eine wichtige charttechnische Marke zurück. Heute gelang dem Kurs auch noch ein kurzer Test der 9.200. Doch als entscheidende Verbesserung lässt sich der heutige Kursanstieg noch nicht werten, denn im dem aktuellen Umfeld, das sich durch Krisen- und Korrektursorgen auszeichnet, drohen Erholungsbewegungen schnell der Sauerstoff auszugehen. Gerade im Bereich der 9.400 könnte der Kurs auf einen hartnäckigen Widerstand stoßen. Ein Knacken dieses Widerstands wäre ein wertvolles Signal, doch unterhalb werte ich den Vorteil im DAX weiterhin noch als bearish. Unterhalb 9.100er Marke, droht ein erneutes Abkippen an das Jahrestief 8.900, das dem nächsten Test womöglich dann nicht mehr standhalten kann.

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

DAX: Potenzielle Lasten - konjunkturelle Schwächezeichen und geopolitische Risiken