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Verbale Macht der EZB den EUR/USD zu schwächen, wird mit höherer Inflation nachlassen

Verbale Macht der EZB den EUR/USD zu schwächen, wird mit höherer Inflation nachlassen

2014-04-30 07:37:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
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(DailyFX.de) - Deutsche Einzelhandelsumsätze rutschten im März um 1,9% im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Enttäuschung über diese Kennzahl wird sich aus meiner Sicht heute nicht als eine der prägendsten Kennzahlen erweisen. Neben dem spanischen BIP bleibt der Fokus am frühen Morgen zwar vorerst auf Deutschland gerichtet, denn um 9:55 Uhr stehen deutsche Arbeitsmarktdaten an. Der Blick gilt jedoch heute vorrangig den Haltungen der Notenbanken. Mit der Teuerungsrate in der Eurozone (11:00 Uhr), dem US Bruttoinlandsprodukt (14:30 Uhr) und den FOMC Zinsentscheid (20:00 Uhr).

Sollte der Trend fallender Teuerungsraten sich in der Eurozone fortsetzen, werden weitere expansive Schritte der EZB wahrscheinlicher. Der daraus resultierende Druck im EUR/USD könnte den Kurs unter die 1,38/1,378 führen.

Der Anstieg der deutschen Inflation lässt hoffen, im EUR/USD schlug sich dennoch ein Rückzug an die 1,38 nieder, da die gestern Erwartung nicht erfüllt wurde. Die Teuerungsrate in Deutschland stieg zwar im Vergleich zum Vorjahr um 1,3%, doch nicht um die erwarteten 1,4%. Losgelöst von der 1,38 schien der EUR/USD sich gestern zuvor endlich aus der Wochen anhaltenden Range zu befreien. Doch es fehlte an Anschlusskäufen und mit der unter der Erwartung ausgefallenen Inflation in Deutschland, kehrten Sorgen zurück, dass die Inflation der Eurozone womöglich nicht von ihren tiefen Leveln sich allzu leicht abstoßen kann. Für Druck im EUR/USD sorgte auch der Anstieg im EONIA Zinssatz (Euro Over Night Index Average). Dieser stieg gestern auf 0,331% damit nicht nur den auf höchsten Wert seit Mitte Januar sondern auch über den Hauptrefinanzierungssatz von 0,25%. Der gestern veröffentlichte Anstieg der deutschen Inflation kann jedoch nur begrenzt als Vorbote für den europäischen Verlauf herangezogen werden, so notiert die deutsche Inflation deutlich über der Messzahl für den gesamten Euroraum. Mit einem Blick auf die negativen Teuerungsraten erweisen sich hier Bulgarien, Griechenland, Zypern, Portugal, Schweden, Spanien und Kroatien als bedeutend. Noch zeigen sich die Ängste vor einer Deflationsspirale in der Eurozone seitens der europäischen Währungshüter begrenzt.

Im Zusammenhang mit dem allgemeineren Aufschwung in der Eurozone könnten höhere Inflationswerte ausreichend sein, um jegliche unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen bei dem nächsten Meeting der Europäischen Zentralbank am 8. Mai vom Tisch zu fegen. Zumindest würden hohe Inflationswerte die Rhetorik der Notenbanker deutlich abkühlen lassen. Die EZB hatte zuletzt nur begrenzten Erfolgden Euro mit verbaler Rhetorik zu schwächen und diese Macht würde noch weiter nachlassen, falls die Inflation einen Aufschwung aufzeigt. Ein Anstieg in der Inflation ließ expansive Schritte der EZB weiter in die Ferne rücken.

Geldpolitische Lagebeurteilung der FOMC

Bereits gestern setzten sich die FOMC Mitglieder zusammen, um über die Geldpolitik in den USA zu entscheiden. Die Verkündung dieser geldpolitischen Lagebeurteilung erfolgt heute Abend um 20:00 Uhr. Erwartungsgemäß werden die quantitativen Maßnahmen um weitere 10 Mrd. USD reduziert. Die Aussicht auf eine konjunkturelle Erholung wird die Entscheidungsträger dazu bewegen, das zuletzt auf 55 Milliarden US-Dollar zurückgefahrene Programm weiter zu reduzieren. Bereits diesen Herbst wird es bei diesem schrittweisen Rückzug dann ganz auslaufen. Diese restriktive Maßnahme des “Tapering” ist bereits zum großen Teil eingepreist und wird womöglich nicht in größeren Kursreaktionen resultieren. Hinsichtlich eines Zinsausblicks werden Marktteilnehmer jedoch reichlich gespannt sein. Auch positive US BIP Kennzahlen ließen die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Zinswende der Fed ansteigen und könnten für den US-Dollar sich übergeordnet bullish erweisen.

Ausblick

Den Kurs des Währungspaares schätze ich oberhalb der 1,38 weiterhin mit bullishem Potenzial ein. Ein Vorstoß des EUR/USD über die 1,388, ließe das 2,5 Jahreshoch von 1,396 anvisieren, folgend die 1,4. Ein nachhaltiger Bruch durch die 1,378 würde auf weitere Schwäche deuten und könnte auf die Unterstützung um 1,37 abzielen.

Diskutieren Sie das Währungspaar im EUR/USD Talk.

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

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