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US-Börsen: Warnzeichen, das sich schnell wieder legt?

US-Börsen: Warnzeichen, das sich schnell wieder legt?

2014-02-17 14:47:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
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(DailyFX.de)Es entspricht einem klaren Warnsignal, das sich am US-Terminmarkt zeigt. Erstmalig seit 74 Wochen laut Commitment of Traders Report der US-Regulierungsbehörde CFTC setzen institutionelle Spekulanten im S&P500 mehrheitlich auf einsetzende Schwäche. Im September 2012 verzeichnete der COT Report (Futures Only) das letzte Mal eine derartige Ausrichtung. Sollte sich diese Position in den Folgewochen verschärfen, könnte die aktuell anhaltende Erholung der Indizes kurze Beine haben.

Doch das präsente Warnsignal könnte sich auch schnell wieder legen, denn anfällig reagierten die US-Märkte zuletzt nicht auf schwache US-Daten wie der Industrieproduktion, der Einzelhandelsumsätze oder des Arbeitsmarktes. Auch die Aussicht weitere Reduzierungen der konjunkturstützenden Maßnahmen ließen die Börsen nicht weiter einknicken.

An den Märkten zeigt sich die Stimmung wieder verstärkt beruhigt. Die Risikoneigung fiel gestern wieder klar zu Gunsten risikobehafteter Assets aus. Denn auch Janet Yellen schaffte es, ähnlich wie Ben Bernanke erst im Dezember, die Marktteilnehmer mit der Nachricht zu konfrontieren, die konjunkturstützenden Maßnahmen werden zunehmend entzogen, doch gleichzeitig mit der Aussicht eines langfristig niedrig gehaltenen Leitzinses zu beruhigen. Mit der nächsten Drosselung um weitere 10 Mrd. ist demnach Mitte März zu rechnen.

Die Brandherde der vergangenen Wochen kühlen sich ab

Diese zurückgegangene Nervosität fängt der Rückgang der impliziten Volatilität des S&P500 ein. Der auch als „Angstbarometer“ betitelte VIX (Chicago Board Options Exchange SPX Volatility Index) fällt seit Anfang des Monats wieder deutlich. Die Brandherde der vergangenen Wochen kühlen sich ab. Die Abwertungen der Schwellenländer Währungen endeten vorerst mit dieser Entwicklung. Starke Exportkennzahlen Chinas dämpften zudem den Druck, der aus der getrübten Konjunkturaussicht Chinas herrührte. Am Wochenende verzeichnete das Kreditwachstum zudem in China einen beruhigenden Rekordwert. Im Januar wurden derartige viele Kredite in China vergeben, wie seit 4 Jahren nicht mehr.

Daily Chart - Chicago Board Options Exchange SPX Volatility Index

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Geflüchtetes Kapital könnte von festeren Börsenkursen schnell wieder angelockt werden

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Banken, Vermögensverwalter und Hedgefonds bauten laut „Commitment of Traders“-Report in den letzten 5 aufeinanderfolgenden Wochen ihre Positionierung am Terminmarkt im breit gefassten Aktienindex S&P500 drastisch ab. Die Großspekulanten sind mit -20.677 Kontrakten (Netto-Größe) mehrheitlich Short positioniert. Ihre Positionierung im S&P500 fiel in den letzten 5 Wochen um 50.465 Kontrakte, das entspricht einem Rückgang von 23,2 Mrd. US-Dollar.

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Auch am Terminmarkt des Dow Jones Industrial Average kippte die mehrheitliche Ausrichtung der institutionellen Spekulanten um auf mehrheitlich Short. Um rund 2,1 Mrd. USD reduzierten sie in den letzten 4 Wochen ihre Position am Terminmarkt. Mit 1.575 Kontrakten ist die Ausrichtung noch nicht sonderlich ausgeprägt, doch zuletzt setzen sie im November 2012 mehrheitlich auf Schwäche im Dow Jones Industrial Index. Zu diesem Zeitpunkt dauerte es lediglich 2 Wochen bis sie die Position zurückfederte und wieder auf Stärke gesetzt wurde.

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Derartige Positionen können sich demnach schnell wieder auflösen, wenn die Risiken abnehmen. Während der Rückgang dieser Position der professionellen Marktteilnehmer prinzipiell vor weiterer Schwäche warnt, rührt hier gerade aufgrund der schwindenden Risikoaversion in den Märkten auch Potenzial. Denn mit steigenden Kursen wird auch dieses Kapital wieder angelockt. Auch der deutsche Aktienmarkt sollte hiervon dann profitieren können.

Die letzten bedeutenden Ereignisse wie der schwache US-Arbeitsmarktbericht, die Rede der Fed-Chefin Janet Yellen vor dem US-Repräsentantenhaus boten keine besorgniserregenden Reaktionen an globalen Aktienmärkten.

Die Reaktionen in den Märkten deuten auf weitere Kurserholungen nach den schwachen Januar Wochen in den globalen Börsen, gerade wenn die thematisieren Brandherde sich zunehmend beruhigen und die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer anhält.

Zweifelsfrei steht die US-Konjunktur vor einer Probe und muss beweisen, dass trotz schwindenden konjunkturstützenden Maßnahmen das Wachstum aus 2013 sich fortsetzen kann und die schwachen Arbeitsmarktdaten der vergangenen zwei Monaten tatsächlich vielmehr dem kalten Wetter zuzuschreiben sind als einem stotternden Wirtschaftsmotor. Auch Chinas Konjunktur steht in 2014 noch weiteren Gegenwinden, auch wenn die hohen Kreditvergaben aus dem Januar erst einmal Atmen schöpfen lassen.

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

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