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EUR/USD: nötiger Vertrauensbeweis der EZB bearish für den Euro zum US-Dollar

EUR/USD: nötiger Vertrauensbeweis der EZB bearish für den Euro zum US-Dollar

2014-01-31 14:12:00
Jens Klatt, Marktstratege
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(DailyFX.de) – So schnell kann sich alles ändern. Während die Möglichkeit zwar für einen Stint über 1,3800 und weiter realistisch bestand, kam es besonders durch die Inflations-Daten aus Deutschland um am Freitag aus der Euro-Zone erstens anders und zweitens als ich dachte. Im Fokus steht nun in der kommenden Woche die EZB.

Die Turbulenzen in den Schwellenländer-Märkten haben es durchaus realistisch erscheinen lassen, dass die FED von ihrem geldpolitischen Kurs abweicht und die weitere Reduktion von QE aussetzt. Wie allerdings im gleichen Atemzug geschrieben, hättee das Signal hier für die globalen Finanzmärkte katastrophal sein und die Turbulenzen noch verschärfen können (detailliert: „EUR/USD: Taper oder Nicht-Taper, das ist hier die Fragehttp://bit.ly/LnCfPl)

Während das bullishe Potential hieraus resultierend für den US-Dollar beschränkt war, fand der Euro besonders mit den deutschen Inflationsdaten einen bearishen Katalysator, welche die Region um 1,3500 in Bedrängnis brachte und in der kommenden Woche mit einer sich expanisv zeigenden EZB Abwärtspotential bis 1,3400 und tiefer hat.

Während die Inflationsdaten aus der Eurozone mit 0,7% nochmal auf den Niveaus der Kern-Inflation von Oktober ausgegeben wurden, zeigten besonders die deutschen Inflationsdaten, dass die Inflationserwartungen hier nicht mehr solide verankert sind.

Die deutschen Inflationsdaten tickten auf den tiefsten Stand seit 2012 und zeigen, dass nun auch in Deutschland, dem Rückgrat der Euro-Zone erste deflationäre Tendenzen und konjunkturelle Eintrübungen auszumachen sind.

EURUSD_noetiger_Vertrauensbeweis_der_EZB_bearish_fuer_den_Euro_zum_US-Dollar_body_Picture_6.png, EUR/USD: nötiger Vertrauensbeweis der EZB bearish für den Euro zum US-Dollar

Quelle: Bloomberg

Infolgedessen keimen nun verstärkt Spekulationen auf nach welchen man seitens der EZB geldpolitische Maßnahmen oder zumindest Pläne präsentiert, ausgehend von welchem man den austrocknenden Kreditmärkten liquiditätstechnisch auf die Beine hilft.

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Quelle: Thomson Reuters

Ich denke nicht, dass die EZB und Mario Draghi sich hier weiteren LTROs bedienen werden, Draghi hatte diesen bereits im Dezember eine Absage erteilt. Die positiven Effekte für die Realwirtschaft sind hier nichht erkennbar, einzig die Zinsen spanischer oder italienischer Bonds, egal welcher Laufzeit markieren ein Allzeit-Tief nach dem nächsten, da die Haltung der EZB „man werde alles tu, um den Euro zu erhalten“ einen „Moral Hazard“ sondergleichen provozieren (am Freitag fiel der Zins italienischer Bonds mit 0,941% für zweijährige Papiere auf ein Rekord-Tief).

Eher könnte die EZB mit einer innovativen Lösung aufwarten. In Davos machte Draghi den Vorschlag, dass die EZB private Kreditpakete (bestehend sowohl aus Unternehmens- als auch Verbraucherkrediten) von Banken kauft, um diese zu einer lockereren Kreditvergabe zu bewegen. Herausgestellt wurde in der jüngeren Vergangenheit das sinkende Kreditvolumen im Privaten Sektor, ein Hauptgrund für die Konjunkturschwäche in der Eurozone.

Als weitere Alternative stünde ein zu LTROs sehr ähnliches Programm, welchem sich die BoE in 2012 / 2013 bediente namens „FLS“ (Funding for Lending Scheme), welches allerdings einerseits sehr ähnlich zu LTROs ist und desweiteren aufgrund der Inhomogenität der Euro-Zone im Vergleich zum Vereinigten Königreich in seiner Nachhaltigkeit im Bezug auf positive Effekte für die europäische Konjunktur bezweifelt werden darf.

Aber egal in welcher Form quantitative Maßnahmen kommuniziert werden, eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung in Richtung 1,3400, mit Bruch gar in Richtung der November-Tiefs um 1,3300 ist bei einem Unterschrieten der 1,3500er Marke zu erwarten.

Einzig eine weiter patt-stehende EZB wäre in der Lage den Euro zu stabilisieren. Aber die Schlinge zieht sich mehr und mehr zu und mit Deutschland nun ebenfalls in Bedrängnis geratend, erachte ich diese Option als sehr unwahrscheinlich.

Zudem sollte man nicht vergessen: die stetig fallenden Zinsen spanischer und italienischer Bonds illustrieren vor allem eines: die Marktteilnehmer vertrauen der EZB, dass sie im Falle von Verwerfungen einspringt und strauchelnde EU-Mitglieder stabilisiert. Hält sich die EZB weiter zurück mt geldpolitischen Stimuli, kann dieses Vertrauen auch mal schnell bröckeln. Und auch hieraus resultiert Verkaufs-Potential für den Euro. Die Situation scheint eine klassische Lose-lose-Situation zu sein.

Als zusätzlicher Katalysator kann dann zum Ende der Woche der US-Arbeitsmarkt mit den Non Farm Payrolls fungieren. Sollte sich hier eine weitere Aufhellung zeigen und die Arbeitslosenquote weiter nachgeben, besteht die Möglichkeit, dass der US-Dollar infolgedessen angesteuert wird.

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Quelle: DailyFX Wirtschaftsdatenkalender

Erst ein Rücklauf über das ktuelle Jahreshoch bei 1,3740 USD wäre für den Euro zum US-Dollar bullish zu werten, ist aber ausgehend von der aktuellen Situation als unwahrscheinlich zu erachten.

EURUSD_noetiger_Vertrauensbeweis_der_EZB_bearish_fuer_den_Euro_zum_US-Dollar_body_Picture_3.png, EUR/USD: nötiger Vertrauensbeweis der EZB bearish für den Euro zum US-Dollar

Chart erstellt mit FXCMs Trading Station II / Marketscope

Auch aus sentimenttechnischer Sicht ist weitere EUR/USD-Schwäche zu erwarten: „Deutlicher Rückgang der Short-Position deutet auf weitere Schwäche im EUR/USD“: http://bit.ly/1fht4c0

EURUSD_noetiger_Vertrauensbeweis_der_EZB_bearish_fuer_den_Euro_zum_US-Dollar_body_Picture_2.png, EUR/USD: nötiger Vertrauensbeweis der EZB bearish für den Euro zum US-Dollar

Analyse geschrieben von Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX.de

Um Jens Klatt zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Jens Klatt auf Twitter: @JensKlattFX

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