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Gold - Indien könnte wieder nach der "Goldkrone"  greifen

Gold - Indien könnte wieder nach der "Goldkrone" greifen

Niall Delventhal, Marktanalyst

(DailyFX.de) Die Metallwerte zogen am Donnerstag kräftig an. Gold konnte sich oberhalb der 1.230 stabilisieren, und stieß im Hoch knapp über 1265 USD/Feinunze. Die Gründe für diese positive Preisentwicklung fallen vielfältig aus. Die Aussicht, das Indien die erhöhte Importsteuer auf Gold senken könnte, trägt grundlegend zur Entwicklung bei. Maßgeblich wird hier das indische Handelsbilanzdefizit ausfallen. Die indische Einfuhrsteuer stoppte die importierten Goldmengen drastisch, erhöhte jedoch auch den Goldschmuggel und führte in Indien zu kräftigen Preisaufschlägen auf das Edelmetall.

Indien, im letzten Jahr von China als weltweit bedeutendster Goldimpeuteur überholt, könnte durch eine Lockerung der auf 10% erhöhten Importsteuern wieder nach der „Goldkrone“ im Import greifen. Anstehende indische Wahlen scheinen die Aussicht auf eine Lockerung der Restriktion auf die Einfuhr zusätzlich zu erhöhen, es wird auf frischen Wind durch neue Gesetzte gesetzt.

Auch ein Nachlassen der „Taper-Fear“ seitens der US-Notenbank, ein schwacher US-Dollar sowie das Anhalten der Streiks der Angestellten Platinminien in Südafrika wirken zurzeit preistreibend. Die Streiks der Gewerkschaft AMCU (Association of Mineworkers and Construction Union) können weiterhin auch auf Goldminen übergreifen. Auch Goldminienarbeiten seien von AMCU in den Streik zum Streik aufgefordert worden. 20.000 Mitglieder zählt die AMCU in Südafrikas Goldminen, rund 20% der in den Goldsektor Südafrikas Beschäftigten.

In den Minen von Sibanye Gold in Driefontein, von Harmony Gold in Kusaselethu und Masimong sowie in südafrikanischen Goldminen von AngloGold Ashanti Limited könnte bald gestreikt werden. Gefordert wird ein Mindestlohn von 12.500 südafrikanischen Rand (850 EUR). Der südafrikanische Finanzminister äußerte seine Sorgen, dass die Streiks der Minenarbeiter sich auf die komplette Wirtschaftsleistung des Südafrikas negativ auswirken könnten. Bereits im letzten Jahr fing Präsident Jacob Zuma den Schaden auf das Bruttoinlandsprodukt des Landes durch die anhaltenden Streiks in den Platinenminien mit 0,3% ein. Minenarbeitern wurden mittlerweile Lohnsteigerungen von 7% - 8,5% angeboten. Doch die AMCU hinter den Streiks hat sich höhere Ziele gesetzt während weitere Gewerkschaften, wie die UASA und NUM (National Union of Mineworkers) sich bereits auf Angebote einließen. Der Staat bot inzwischen seine Hilfe an. Der stellvertretender Präsident Motlanthe setzt für eine zeitnahe Schlichtung zwischen Gewerkschaft und Unternehmen ein. Zum Zeitpunkt anhaltender Streiks, und geraden bei einem Übergreifen von Platin auf Goldminen könnten Käufer wieder verstärkt auf den Markt stoßen. Südafrikas Goldförderung steht im weltweiten Ranking auf Platz 6.

Der US Markit PMI sowie schwache US Arbeitsmarktdaten unterstützten am Donnerstag die Erwartung vieler Marktteilnehmer, dass der kommende Zinsentscheid nächsten Mittwoch keine Überraschungen birgen wird und die Fed zumindest vorerst noch die Füße still hält. Hier rührt ein präsentes Risiko für die Edelmetallmärkte. Steigende Zinsen der US-Staatsanleihen und ein starker US-Dollar wären die Folgen von weiteren Drosselungen der US-Notenbank. Gold steht also noch weiteren Hürden in 2014. Eine zunehmend restriktivere Haltung der US-Notenbank wäre Gift für Gold.

Der positive Jahresstart lockt zurzeit zunehmend Spekulanten wieder in den Markt, eine in 2013 zuletzt fehlende Entwicklung.

An der COMEX verzeichnete die spekulative Nachfrage nach Gold seit 4 aufeinenderfolgenden Wochen einen Anstieg. Das Vertrauen von Fonds, Banken und Vermögensverwalter steigt. Mit 44.013 Kontrakten (Netto-Größe) setzen Institutionelle Spekulanten akuell auf Goldstärke und verdoppelten nahezu ihre Position (netto) im Vergleich zum Tief der Positionierung Dezember.

Gold ETF Holding: „Abwanderung“ von Investment Funds stoppt

Das Interesse am Gold kommt zurück. Ebenfalls positiv zu werten ist die Entwicklung im weltweit größten Gold Trust, dessen Holdings ähnlich wie die COT Daten zuletzt einen auffälligen Anstieg verzeichnet hat.

Letzten Freitag verbuchte der SPDR GLD Gold Trust mit 7,48 Tonnen Gold den größten täglichen Anstieg von seit Oktober 2012. Aktuell hält der Fund 790,46 Tonnen. Seit Oktober 2012 verzeichnet das Holding von SPDR GLD Gold Trust übergeordnet ein fallenden Verlauf, im Hoch notierte es in 2012 bei 1340,52 Tonnen.

Gold mit Chancen doch restriktivere Fed gleicht Gift für den Kurs

Der positive Jahresverlauf scheint sich fortzusetzen. Der Druck aus 2013 wird zunehmend abgeschüttelt. Der Kurs könnte beim Überwinden des Widerstands von 1.265 USD/Feinunze nach der 1.294 USD/Feinunze greifen, oberhalb könnte sich Spielraum bis zur 1.326 eröffnen. Ein Bruch der 1.230 USD/Feinunze würde das positiv gestimmte Bild für Gold trüben sowie eine restriktive Haltung der Fed kommende Woche.

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

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