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Erwartungen an EZB Entscheidung um 13.45 Uhr und Pressekonferenz um 14.30 Uhr

Erwartungen an EZB Entscheidung um 13.45 Uhr und Pressekonferenz um 14.30 Uhr

Erik Welne, Junior Marktanalyst

(DailyFX.de) –

Ab 14.30 Uhr die Pressekonferenz mit Mario Draghi live

Was zur EZB Zinsentscheidung und anschließender Pressekonferenz Mario Draghis zu erwarten ist:

1. Wie wird die EZB auf die historisch niedrige Kerninflation von 0,7% im Dezember reagieren?

Die Zinssenkung von November war definitv eine Reaktion auf die zu niedrige Inflation. Die Inflationserwartung, reflektiert in den Bond Zinsen, hat sich seitdem nicht wesentlich verändert. Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Arsenal an Werkzeugen vorliegt, um ein weiteres Abdriften zu stemmen. Die Verkündigung eines solchen Werkzeuges (LTRO, FLS, QE, etc.) ist aber in diesem Monat noch äußerst unwahrscheinlich.

2. Ein starker Rückgang der Excess Liquidity in den letzten Tagen ließ den Interbankenzins ansteigen. Sieht die EZB darin einen Grund, zu quantitativen Maßnahmen zu greifen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Auf der letzten Pressekonferenz betonte Draghi die Wirksamkeit der letzten LTRO Maßnahme in Bezug auf Interbankenzinsen. Diese konnten gedrückt werden, Banken wurden somit günstig rekapitalisiert. Zu vermehrter Kreditvergabe kam es hingegen nicht, dem eigentlichen Ziel. Deshalb wird Draghi hier keine Schnellschüsse wagen und auf Schwankungen dieser Art eingehen. Er sollte eher besorgt sein, Anreize zur Kreditvergabe in der Eurozone zu setzen. Der Nord-Einfluss (FL, NL, DE, AT) wird dies aber weiterhin verhindern.

3. Wie wird die EZB auf die europäische Realwirtschaft eingehen?

Die Divergenz der Realwirtschaft zwischen einzelnen Mitgliedstaaten wird das Dilemma der EZB verstärken, einen einheitlichen geldpolitischen Kurs zu formulieren. Der Hinweis auf eine stärkere Integration von Faktormärkten (allen voran dem Arbeitsmarkt) und eine voranschreitende Bankenunion könnten dieser Divergenz entgegenwirken. Zumindest würde sich damit die Eurozone mehr in Richtung einer OCA (Optimal Currency Area) bewegen. Ansonsten muss attestiert werden, dass die einzelnen Wirtschaftszyklen „out of sync“ sind.

Fazit: Die interessantesten Vermeldungen der EZB und ihrer Einschätzung werden zum letzten Punkt abgegeben werden, es handelt sich aber um langfrisitge, politische Entwicklungen.

Die heutige EZB Entscheidung wird demnach keine Überraschungen liefern. Wir erwarten eine Beibehaltung des Leitzinses von einem Viertel Prozentpunkt und keine Verkündigung von anderweitigen, mehr Liquidität induzierenden Maßnahmen seitens der EZB, trotz der weiterhin deflationären Tendenz und sehr hohen Arbeitslosigkeit in den Peripherieländern.

Analyse geschrieben von Erik Welne, Junior Marktanalyst von DailyFX.de

Um Erik Welne zu kontaktieren, senden Sie eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Erik Welne auf Twitter: @ErikWelne

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