Verpassen Sie keinen Artikel von Torsten Gellert

Abonnieren Sie den Newsletter, um täglich über neue Veröffentlichungen informiert zu werden.
Geben Sie bitte einen gültigen Vornamen ein
Bitte dieses Feld ausfüllen.
Geben Sie bitte einen gültigen Nachnamen ein
Bitte dieses Feld ausfüllen.
Geben Sie bitte eine gültige E-Mail-Adresse ein
Bitte dieses Feld ausfüllen.
Bitte wählen Sie ein Land

Ich möchte gerne Informationen über Handelsmöglichkeiten und die Produkte und Dienstleistungen von DailyFX und IG per E-Mail erhalten.

Bitte dieses Feld ausfüllen.

Ihre Prognose ist unterwegs

Lesen Sie unsere Analysen nicht einfach nur, sondern setzen Sie sie auch in die Praxis um! Zusätzlich zu Ihrer Prognose erhalten Sie außerdem ein kostenfreies Demokonto unseres Dienstanbieters IG, um Ihre Strategien in einem risikofreien Umfeld zu testen.

Ihr Demokonto, worüber Sie mehr als 10.000 Märkte global handeln können, ist mit einem virtuellen 10.000 € Guthaben ausgestattet.

Ihre Zugangsdaten erhalten Sie in Kürze per E-Mail.

Erfahren Sie mehr über Ihr Demokonto

Sie haben Benachrichtigungen von Torsten Gellert abonniert

Sie können Ihre Abonnements verwalten, indem Sie dem Link in der Fußzeile jeder E-Mail folgen, die Sie erhalten

Beim Versenden des Formulars ist ein Fehler aufgetreten.
Bitte versuchen Sie es später erneut.

Torsten Gellert, FXCM - 22. Oktober 2012

Mehr als fünf Prozent legte der japanische Aktienmarkt allein in der vergangenen Woche zu und selbst heute konnte sich der Nikkei von den sehr schlechten Vorgaben der Wall Street vom Freitag abkoppeln und lag am Ende des Handels sogar leicht im Plus. Und alles nur, weil der japanische Yen in den vergangenen Tagen zur Schwäche neigt und gegenüber Dollar, Euro und anderen wichtigen Währungen an Wert verliert. Das beflügelt vor allem die Exportwerte, die für ihre schlechte Performance in den vergangenen Monaten vor allem die Stärke der eigenen Währung verantwortlich machen.

Schon den achten Tag in Folge verliert der Yen nun aber gegenüber dem US-Dollar an Wert und durchbricht einen Widerstand nach dem nächsten, um sich jetzt mit der Marke von 80 USD/JPY zu beschäftigen. Nun klingen acht Tage nicht viel, mit Blick auf die Historie ist dies allerdings der längste Abwärtstrend des Yen seit 2005 und in meinen Augen auch nur der Anfang einer jetzt länger andauernden Schwächephase von Nippons Währung. Denn das japanische Modell einer immer auf höchstem technologischem Niveau operierenden Wirtschaft, deren Produkte in aller Welt nachgefragt werden und welche somit Nachfrageschwäche aus dem Inland sehr gut abfedern kann, gerät zunehmend ins Wanken.

Japans_Exporte_brechen_drastisch_ein_-_Notenbank_muss_und_wird_reagieren_body_USDJPY1111.jpg, Japans Exporte brechen drastisch ein - Notenbank muss und wird reagieren

Heute Morgen wurde dieser Trend noch einmal durch neue Zahlen bestätigt. Das jahrelang mit Handelsbilanzüberschüssen verwöhnte Japan verzeichnete im September den stärksten Einbruch im Export seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im vergangenen Jahr und zugleich das erste Handelsbilanzdefizit in einem September seit 1979. Mit 10,3 Prozent übertraf das Minus sogar noch die Erwartungen der Analysten, die mit 9,9 Prozent gerechnet hatten. Im Gegenzug stiegen die Importe um 4,1 Prozent, was zu einem Defizit von knapp 559 Milliarden Yen (rund 5,3 Milliarden Euro) führte.

Die erneut schlechten Zahlen erhöhen den Druck auf die japanische Notenbank, die geldpolitischen Zügel weiter zu lockern. Der japanische Wirtschaftsminister Maehara warnte am Sonntag die Bank of Japan (BoJ), mit ihren Aktionen weiter hinter den anderen Notenbanken zurück zu bleiben und damit eine Herabstufung durch die Rating-Agenturen zu provozieren. Wenn das mal nicht eindeutig ist. In dieses Bild passt, dass die BoJ ihrerseits heute die wirtschaftlichen Aussichten für acht von neun Regionen nach unten korrigierte, die stärkste negative Einschätzung seit 2009. In meinem letzten Kommentar erwähnte ich den Inselstreit mit China nur am Rande, zwei Zahlen seien hier nun aber der Vollständigkeit noch anzufügen. Diese Auseinandersetzung führte zu einem Einbruch bei den Ausfuhren von Waren nach China, dem größten Handelspartner Japans, allein im September von 14,1 Prozent. Die Ökonomen der Investmentbank JPMorgan gehen davon aus, dass dieses Thema 0,8 Prozent der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal kosten könne. Die Gefahr eines schrumpfenden Bruttoinlandsprodukts sowohl im dritten als auch im vierten Quartal und damit einer Rezession in Japan ist für mich aktuell sehr hoch.

Das nächste Treffen des gelpolitischen Rates der BoJ findet am 30. Oktober statt. Nach einer Ruhepause bei ihrem letzten Treffen im September gehe ich von einer weiteren Aufstockung des Anleihekaufprogrammes von aktuell 80 Billionen Yen (rund 770 Milliarden Euro) aus. Zwar nähert sich die BoJ damit ihrer selbst gesetzten Grenze, wonach sie nicht mehr Staatsanleihen besitzen darf, als japanische Banknoten im Umlauf sind (81 Billionen Yen). Vergleicht man aber einmal die Bilanz der BoJ mit der ihrer Kollegen in den USA, der Eurozone und Großbritannien, hat sie durchaus noch Luft nach oben. Seit 2008, dem Ausbruch der Finanzkrise und dem Gegensteuern der Notenbanken, hat die US-Notenbank Federal Reserve ihre Bilanz um gut 200 Prozent, die Bank of England um fast 330 Prozent und die Europäische Zentralbank um knapp 100 Prozent ausgeweitet. Das Plus der da bis jetzt eher verhaltenen BoJ lag in diesem Zeitraum gerade einmal bei 36 Prozent. In einer Rede in Tokio vor Wirtschaftsvertretern versprach der Notenbank-Präsident Shirakawa heute, die lockere Geldpolitik "nahtlos" fortzusetzen, sollte sich die japanische Wirtschaft weiter abschwächen. Der Boden für weitere Maßnahmen ist also bereitet, es fehlt nur noch die Höhe der Ausweitung, die die Märkte am kommenden Dienstag in meinen Augen noch überraschen könnte.

Japans_Exporte_brechen_drastisch_ein_-_Notenbank_muss_und_wird_reagieren_body_2222AUDUSD.jpg, Japans Exporte brechen drastisch ein - Notenbank muss und wird reagieren

Bis dahin und auch auf längere Sicht bleibe ich bei meiner Einschätzung eines weiter schwächeren Yen gegenüber Dollar und Euro. Wer auf eine schnellere Erholung der Weltwirtschaft und damit wieder anziehende Rohstoffpreise setzt, schaut sich das Währungspaar AUD/JPY an, hier profitiert der Anleger aufgrund des Zinsunterschiedes neben möglichen Kursgewinnen auch von regelmäßigen Zinszahlungen. Aktuell kosten ein "Aussie" rund 82,40 Yen, da kann ich mir auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten Kurse von 90, sollte die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufnehmen, auch Kurse um die 100 Yen vorstellen.