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Torsten Gellert, FXCM - 08. Oktober 2012

Gut ein Jahr, nachdem die Schweizer Notenbank den Mindestkurs für den Franken gegenüber dem Euro auf 1,20 EUR/CHF festgesetzt hat, kann man konstatieren, die Rechnung ist für fast alle Beteiligten aufgegangen. Fast alle Beteiligten sage ich deshalb, weil es sowohl der Notenbank gelungen ist, diese Marke, wenn auch mit milliardenschweren Fremdwährungskäufen, gegen die Kräfte des Finanzmarktes zu verteidigen, ohne dass der Kurs signifikant unter diese Marke gefallen ist. Andererseits habe ich vor einem halben Jahr in einem Kommentar die Positionierung der weltweiten Kunden von FXCM analysiert. Der Speculative Sentiment Index (SSI) zeigte im April, dass 98 Prozent aller im Währungspaar EUR/CHF positionierten Kunden long waren, d.h. auf steigende Kurse des Euro gegenüber dem Franken gesetzt hatten. Auch diese große Mehrheit wurde, wie nicht all zu oft an der Börse, aber eben auch nur, wenn sie einen langen Atem besessen hat, mit Kursgewinnen belohnt.

Schweizer_Franken__Bisher_ist_die_Rechnung_aufgegangen_was_kommt_jetzt_body_x0000_i1025.png, Schweizer Franken - Bisher ist die Rechnung aufgegangen, was kommt jetzt?

Für den Weckruf des Währungspaares, welches sich bis Anfang September dann so gut wie nicht von der Stelle bewegt hatte, sorgte der Präsident der Europäischen Zentralbank mit einem genau wie dem Franken-Mindestkurs ebenso geld- und ordnungspolitisch fragwürdigen Eingriff in die Finanzmärkte. Allein die Ankündigung unbegrenzter Aufkäufe der Staatsanleihen kriselnder Euroländer sorgte schon für eine Entspannung bei den Renditeaufschlägen von Ländern wie Italien und Spanien und beruhigte die Finanzmärkte, die bis dahin auf einen Zerfall der Eurozone spekulierten. Daraufhin zogen die Investoren ihr im "sicheren Hafen" Schweiz geparktes Geld ab und sorgten damit wiederum für Entspannung bei den Schweizer Währungshütern, die ihr Verteidigungsbollwerk nun wieder etwas lockern konnten. Der Euro kletterte in der Spitze bis auf 1,2180 zum Schweizer Franken. Klingt alles danach, als könne langsam Entwarnung gegeben werden, sowohl für die Krisenmanager in der Eurozone, als auch für die bei der SNB in Bern. Aber der Schein trügt in meinen Augen.

Betrachtet man beide Maßnahmen, könnte ich mir durchaus noch mehr Parallelen vorstellen. Ein Blick auf den Chart des Währungspaares EUR/CHF zeigt eines ganz deutlich. Auch bei der SNB reichte die bloße Ankündigung eines Mindestkurses für den Franken ganze sieben Monate aus, die Kapitalströme in Richtung Alpenland einzudämmen, bis im April erstmals, dann aber kräftig, interveniert werden musste. Kräftig heißt in Zahlen ausgedrückt, allein von April bis August stiegen die Währungsreserven der Schweiz nach Angaben der Deutschen Bank um 62 Prozent und liegen jetzt bei knapp 480 Milliarden Schweizer Franken (rund 400 Milliarden Euro). Nach Informationen der "Neuen Zürcher Zeitung" sind allein 100 Milliarden Franken davon in deutschen Bundesanleihen geparkt, die Schweiz wäre damit der größte Einzelgläubiger Deutschlands. Die Frage, die sich für mich nun stellt, ist, wie lange allein die Ankündigung der EZB, an den Märkten zu intervenieren, noch ausreicht, bis sie dann auf ihre Glaubwürdigkeit hin getestet wird und erneuter Druck auf spanische und italienische Renditen ausgeübt wird. Ich gehe davon aus, dass die EZB im Gegensatz zu ihren Schweizer Kollegen keine sieben Monate Zeit bekommt, bis sich die Situation an den Märkten wieder verschärft und ein Eingreifen notwendig macht. Nur sind der EZB etwas die Hände gebunden. Kommt kein Antrag aus Spanien, können keine Anleihen gekauft werden, so sehen es die Verträge vor. Und da schließt sich dann auch wieder der Kreis zum Schweizer Franken.

Gerade in den vergangenen Tagen ist deutlich geworden, wie schnell wieder sichere Häfen wie die Schweiz gefragt sein können. Kaum verpuffte die Euphorie aus den verbalen Geldflutungen der Märkte und waren Töne aus Madrid zu vernehmen, man brauche den Rettungsschirm nicht, werden Aktien, Euro und andere in risikofreudigeren Zeiten gefragte Anlagen abgestoßen. Die Folge: Der Euro ist zum Schweizer Franken der Grenze von 1,20 aktuell wieder ein ganzes Stück näher gekommen und notiert aktuell bei 1,2075 EUR/CHF. Zu erwähnen bleibt die in meinen Augen aber sehr unwahrscheinliche Möglichkeit der SNB, bei niedrigeren Franken-Kursen, einige der Währungsreserven wieder aufzulösen. Das würde sie zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht tun, wo sie doch gerade die Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft nach unten korrigieren musste. Jeder Cent, den der Euro gegenüber dem Franken gewinnt, ist positiv für die Exporteures des Alpenlandes.

Die Spekulation in diesem Währungspaar bleibt also weiter spannend. Das Potenzial zu weiter steigenden Kursen im EUR/CHF halte ich für eher begrenzt. Jede Erholung beim Euro würde ich deshalb nutzen, um die bis dahin aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Umso näher die Marke von 1,20 allerdings wieder rückt, desto mehr lohnt sich wieder ein Engagement. Angenommen, die Marke hält auch in Zukunft, ist das Risiko einer solchen Position auf 75 Pips begrenzt. Entspannt sich dann, aber erstmals auch durch harte Fakten in Form von positiven Konjunkturdaten, besonders aus den Krisenländern, unterlegt, tatsächlich die Situation in der Eurozone, liegt man richtig. Aber dafür braucht man wohl auch jetzt wieder einen langen Atem, aber dieser hatte sich im April auch schon mal gelohnt.