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Die Kunst der Einfachheit

Die Kunst der Einfachheit

2014-08-04 19:00:00
James Stanley, Währungsstratege
Teile:

Anknüpfungspunkte:

  • Der Moving Average ist einfach zu berechnen und einfach in einem Chart einzutragen.
  • Moving Averages helfen dabei, kurzfristige Störsignale und Volatilität auszublenden.
  • Moving Averages können auf verschiedene Weisen eingesetzt werden. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den drei bekanntesten.

Letzten Monat haben wir uns im Rahmen einer achtteiligen Artikelserie mit der Kursbewegung beschäftigt. Diesen Monat gehen wir beim Konzept der technischen Analyse noch einen Schritt weiter und integrieren Indikatoren in unseren Ansatz.

In unserer Artikelserie zur Kursbewegung erklärten wir, wie Trader für die meisten Funktionen der technischen Analyse die Kursbewegung verwenden können, von der Beurteilung der Trends, über die Identifizierung der Unterstützung und des Widerstands, bis zur Wahl von Entry-Positionen. Warum sollte also jemand auf Indikatoren zurückgreifen wollen, wenn die Arbeit auch ohne sie getan werden kann?

Einfachheit: Die Arbeit des Indikators ist, die Kursbewegung über eine relevante Zeitspanne hinaus zu berechnen (unter Anwendung der Eingaben des Traders oder Benutzers) um eine bestimmte Botschaft zu ermitteln.

Die Kunst des Indikators besteht darin, dass er Ihnen eine Botschaft vermitteln sollte, die sie sonst nicht so offensichtlich zur Hand hätten; und somit können Trader mit der Eingliederung von Indikatoren zusätzliche Trade-Ideen und -Setups erarbeiten, um einen bestimmten Markt auf eine besondere Weise zu beurteilen.

In den nächsten acht Artikeln werden wir das Thema der Indikatoren aufgreifen und aufzeigen, wie Trader sie in ihre Strategien und Ansätze einbauen können. In diesem Artikel werden wir uns auf die Grundlage aller technischen Indikatoren konzentrieren: Dem Moving Average. Und dabei werden wir auch die drei beliebtesten Anwendungsmethoden dieses Indikators aufzeigen.

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Die Grundlage aller Indikatoren

Der Moving Average ist wahrscheinlich der am einfachsten zu verwendende und zu verstehende technische Indikator von allen. Er nimmt einfach die letzten x Perioden und dividiert sie durch x. Dies hat einen glättenden Effekt, da die kurzfristigen Kursbewegungen in Bezug auf die Periode der Aktivität (x) erfasst werden.

Ein weiser Mann sagte mir einmal: ‘Jeder Indikator ist eigentlich nur ein raffinierter Moving Average.’

Als ich dies zum ersten Mal hörte, war ich überwältigt, denn ich hatte die technischen Indikatoren vorher nie so betrachtet. Aber als ich das erkannte, begriff ich, worauf der Mann hinauswollte. Ziemlich jeder technische Indikator basiert auf der vergangenen Kursinformation (Kursbewegung). Und jeder Indikator hat seine eigene mathematische Funktion, mit der er seinen Wert aufgrund dieser vergangenen Kursbewegung ermittelt; somit ist eigentlich jeder technische Indikator, der mit dem Kurs der Vergangenheit berechnet wird, einfach eine andere Ausdrucksart eines Moving Average.

Eben weil der Moving Average so einfach ist, vernachlässigen viele Trader, vor allem neue, diesen Indikator in ihrem Trading-Ansatz; sie glauben, dass Moving Averages 'nicht funktionieren'.

Nun – mit dieser Sichtweise 'funktioniert' eigentlich kein Indikator.

Indikatoren, wie die Kursbewegung auch, sind nur Arten, um zu beurteilen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Und was früher passierte kann uns helfen, die Zukunft zu prognostizieren, aber man muss sich gegenüber ehrlich genug sein und begreifen, dass die Vergangenheit nie die Zukunft perfekt voraussagen kann. Es geschehen neue Ereignisse, und die Dinge ändern sich – und deswegen wird die technische Analyse nie ein Allheilmittel sein; sie wird nämlich nie ein 'heiliger Gral' sein.

Sie kann aber den Tradern helfen, die Chancen auf seine Seite zu ziehen, auch wenn nur ein bisschen; somit können diese Trader ihr Trade-, Risiko- und Geld-Management dazu nutzen, ihnen die besten Erfolgschancen im Markt zu garantieren: Und nicht heilige Grale jagen, denn die gibt es sowieso nicht.

Drei Arten zur proaktiven Eingliederung der Moving Averages

Wir besprachen die erste dieser Methoden bereits kurz, und zwar handelt es sich hier um den glättenden Effekt, den die Moving Averages dem Trader bieten können.

Wie wir in unseren Kursbewegungsartikeln schon sagten, kämpfen die Trader ständig darum, 'tief zu kaufen' und 'hoch zu verkaufen', wenn sie in einem Trend zu traden versuchen.

Sie sorgen sich dauernd darum, ob der Trend vorbei sein könnte, und ob sie richtig gekauft haben, bevor der Trend zusammenbricht und ihren Kontostand zunichte macht.

Moving Averages können eine einfache Methode bieten, um Trends zu erkennen und zu bewerten. Mit der Kursbewegung ist dies eine sehr subjektive Kunst, die 'höheren Hochs' und 'höheren Tiefs' zu beobachten. Die Moving Averages erlauben Ihnen, bei dieser Analyse objektiv zu bleiben. Sie können Ihren Chart betrachten und klar sagen – ‘dieser Trend verläuft aufwärts, also möchte ich kaufen’ oder ‘dieser Trend verläuft abwärts, also werde ich verkaufen’.

Das ist die Verwendung eines Moving Average als Trend-Filter.

Verwendung eines 100-Tages EM, um den Trend beim EUR/USD (Tageschart) aufzuzeigen

Die Kunst der Einfachheit

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Zu diesem Zwecke können Trader einfach den Moving Average auf ihren Charts hinzufügen und die Kursbewegung nutzen, um zu bestimmen, ob der Trend 'aufwärts' oder 'abwärts' verläuft.

Die nächste Aufgabe besteht darin, einen Weg zu finden, um in die Richtung dieses Trends einzusteigen. Bei einem Aufwärtstrend möchten Trader normalerweise kaufen, um auf die Seite dieser Tendenz zu gelangen, wenn sie anhält. Dieser Entry kann nach der Erkennung des Aufwärtstrends auf verschiedene Arten platziert werden.

Es kann ein weiterer Moving Average verwendet werden, oft auf einem kurzfristigeren Zeitrahmen oder mit kleineren Eingabewerten. Das ist ganz ähnlich wie in meiner Fingerfallen-Trading-Strategie (der vollständige Artikel ist unter diesem Link verfügbar, siehe nachstehendes Bild):

Moving Averages können auch für den Einstieg in Positionen in Richtung des Momentums verwendet werden

Die Kunst der Einfachheit

Bildauszug aus Wie man kurzfristig tradet (Tages-Trade); erstellt von James Stanley

Trader können auch Indikatoren wie den RSI oder den MACD benutzen, um in Trendrichtung zu kaufen oder zu verkaufen, indem sie einfach auf das entsprechende Signal in Richtung der Tendenz warten. Wenn also zum Beispiel ein Trader mit seiner Moving Average Analyse ermittelte, dass ein Trend aufwärts verläuft, kann er den RSI oder MACD verwenden, um auf einen Auslöser für die Long-Seite zu warten.

Wenn dieses Signal gegeben wurde, kann er kaufen und erwarten, dass der längerfristige Trend wieder aufgenommen wird.

Als letztes können Trader den Moving Average verwenden, um die Implikationen der Unterstützung und des Widerstands zu bestimmen. Eine der interessanteren Auswirkungen der technischen Analyse ist die Idee der 'selbstverwirklichenden Prophezeiungen'. Zum Beispiel: Wenn genügend Trader beim EUR/USD den 200-Tages Moving Average überwachen und zum Verkaufen warten, bis der Kurs auf den 200-Tages Moving Average steigt (und einen Widerstand erwarten), werden, sobald dieses Ereignis stattfindet und diese Trader verkaufen, die zusätzlichen Sell-Order den Kurs zum Sinken bringen. Es könnte also eine Beziehung etabliert werden, dass der Kurs gesunken ist, weil der 200-Tages Moving Average als Widerstand reagierte, aber tatsächlich war dies nur ein wichtiger Bestandteil dieser Reaktion (die Trader verwendeten den 200-Tages Moving Average als Auslöser).

Häufig verwendete Eingaben zum Moving Average können dem Markt Unterstützung und/oder Widerstand bieten

Die Kunst der Einfachheit

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Dies passiert normalerweise nur bei 'gängigen' Moving Averages. D.h. man wird diese Auswirkung kaum so stark bei einem 34-Perioden EMA auf einem 1-Minuten-Chart wie bei einem 200-Perioden Moving Average auf dem Tageschart sehen; einfach, weil mehr Trader eher den 200-Tages Moving Average als den 34-Minuten-Moving Average überwachen.

Häufige Zeitintervalle für diese Art Unterstützung und Widerstand sind die 10, 20, 50, 100 und 200 Perioden Moving Averages auf dem Tageschart.

stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.