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WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

Niall Delventhal, Marktanalyst

Folgen Sie Breakouts nicht blind und wäge Sie Positionen gründlich ab

WTI Rohöl:

Nach dem Wahlsieg Obamas kannte das WTI Rohöl nur eine Richtung. Rund 13$ legte das Rohöl zu.

Der letzte Ausbruch aus einer Konsolidierungsphase Ende letzten Jahre erwies sich als sehr nachhaltig und kräftig. Gestern Mittag kam es zu einem erneuten Ausbruch aus einer eingefangenen Seitwärtsbewegung. Zwischen 95 und 98,2 pendelte der Kurs in den vergangenen Februarwochen (grün hervorgehoben). Im Folgenden will ich Ihnen zeigen, dass man einen Ausbruch nicht blind hinterher springen sollte. Eine unüberlegte Positionierung kann Risiken mit sich bringen und führt häufig dazu, dass der Trader nicht gut im Markt aufgestellt ist.

WTI_Break_body_Picture_4.png, WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

WTI Crude Oil: 4-Stunden-Chart (USOil) erstellt mit FXCMs Trading Station

Unterstützungslevel: 91,7 & 86,9

Widerstandslevel: 95,14 & 97,44 & 98,28

Der aktuelle Ausbruch könnte noch mehr Kraft besitzen. Ein erstes Ziel der Short-Seite könnte das Level von 91,7 bilden. Ein Rücklauf in die Range negiert vorerst das Short-Szenario.

Hinweis dieses Setup stellt eine antizyklische Positionierung dar und sollte strikt nur mit einem Stop durchgeführt werden, doch auch mit einem Stop könnte eine Positionierung ungünstig ausfallen.

Mögliche Vorgehensweise wäre das letzte Tief der letzten 4 Stunden-Candle heranzuziehen von 93,5 und sich bei einem Bruch dieser Marke Short zu positionieren. Nur fiele es mir schwer ein geeignetes Chance-Risiko-Verhältnis bei einem solchen Vorgehen zu finden. Fragestellung hier: Wo könnte ich effektiv meinen Stop setzten. Oberhalb der Konsolidierungsphase – über die 98,28 – doch würde die Chance das Risiko rechtfertigen?

WTI_Break_body_Picture_3.png, WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

Betrachten wir das etwas näher. Projizieren wir das Risiko und ermitteln die Chance. Bei einem CRV von 1:1 würde unser Take Profit auf der 88,7 landen und bei läge rund bei 4,7$. Das Chance-Risiko-Verhältnis von 1:1 stellt sich aus meiner Sicht als nicht attraktiv heraus. Der Kurs müsste nahezu seinen kompletten Aufwärtstrend der Vorwochen wieder zurückfahren.

WTI_Break_body_Picture_2.png, WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

Was könnte man hier als Schritt heranziehen, um sich besser im Markt aufzustellen?

Geduld aufbringen ist eine wichtige Eigenschaft im Trading und ein Setup parat zu haben. Und gerade nach verpassten Breakouts erweisen sich vorschnelle Positionen schnell als ein Fehlgriff. Eine Möglichkeit könnte sein, den Rücklauf an das Ausbruchslevel abzuwarten und folgend auf ein Bestätigungszeichen, dass der Kurs in dieser Bereich um 95 abdrehen will, also erste bearishe Candles auf diesem Niveau. Durch diesen Verlauf, wenn er denn eintrifft, bildet sich ein neues Hoch im Abwärtsmodus und damit auch ein günstigeres Level für eine Stop-Platzierung statt die komplette Range als Stop-Level heranzuziehen. Wir feilen also der Komponente Risk und der Komponente Chance, haben ein mögliches Setup vor Augen und können uns darauf einstellen und gleichzeitig Gedanken darüber machen, was dieses Bild negiert. Was einen Entry als nicht günstig einstufen lässt, beispielsweise kein Abdrehen nah der 95. Das heißt natürlich auch, dass Einstiege nicht immer erfolgen können, wenn sich z.B. im WTI Kurs kein Rücklauf abzeichnet. Countertrend Positionen, heißt wir agieren gegen den übergeordneten Trend und setzen uns damit einem erhöhten Risiko aus, gerade aus diesem Grund wäre ein Fassen der kompletten Range als Stop-Level ungünstig.

WTI_Break_body_Picture_1.png, WTI bricht aus der Seitwärtsphase, die den Februar über dominierte

Dieser Artikel soll keine Empfehlung darstellen WTI an dem Level von 95 zu shorten, sondern soll lediglich demonstrieren was eine unüberlegte Positionierung an Risiken mit sich bringen kann. Meine Tipps:

  • Führen Sie sie vor jedem Trade vor Augen – wie hoch ihr Risiko ist, wie viel Sie pro Trade riskieren, an welchem Level Sie aus Trade aussteigen und stellen sie diesem Risiko der Chance gegenüber. Versuchen Sie Trade-Möglichkeiten zu identifizieren in denen die Chance höher ausfällt als das Risiko.
  • Planen Sie Einstiege, versuchen Sie mögliche Szenarien durchzugehen und was diese negiert
  • Gerade gegen den Trend gerichtete Positionen birgen ein erhöhtes Risiko, seien Sie sich dessen bewusst
  • Ziehen Sie zwingend Stops heran. Ihre Trades werden gelegentlich gegen Sie laufen – ohne Stops zu agieren, ist ein Risiko das Sie sich nicht aussetzen sollte.
  • Haben Sie Geduld! Es mangelt den Märkten nicht an attraktiven Chancen, ihr verfügbares Kapital ist jedoch begrenzt – wägen Sie also Trades gründlich ab.
  • Versuchen Sie im Abwärtstrend eines Marktes relative „Hochs“ zu verkaufen, sonst laufen Sie die Gefahr direkt vor einem Retracement der Bewegung einzusteigen, vor einem Up-Swing. Vice Versa können wir das für Aufwärtstrends übertragen.

WTI

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