Wir verwenden eine Reihe von Cookies, um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Durch die weitere Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Sie können hier mehr über unsere Cookie-Richtlinien erfahren oder indem Sie dem Link am Ende jeder Seite unserer Website folgen.

0

Benachrichtigungen

Die Benachrichtigungen unten basieren auf den Filter-Einstellungen der Wirtschafts- und Webinar-Kalender.

Live-Webinare

Live-Webinare

0

Wirtschaftskalender

Wirtschaftskalender – Ereignisse

0
Kostenfreie Trading-Handbücher
Anmelden
Bitte versuche es erneut
Dax 30
Bullisch
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
WTI Öl
Gemischt
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
Dow Jones
Bullisch
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
Gold
Bärisch
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
EUR/USD
Bullisch
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
Bitcoin
Bärisch
Tief
Hoch
der IG Kunden sind long.
der IG Kunden sind short.
Long Short

Hinweis: Tief, Hoch und Volumen beziehen Sie auf einen Handelstag.

Bereitgestellte Daten von
Weitere Mehr ansehen
Das neue Jahrzehnt des DAX: Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des DAX 30

Das neue Jahrzehnt des DAX: Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des DAX 30

2020-11-12 16:06:00
DailyFX DE, Analysten
Teile:

Der DAX, der die Kurse der größten Unternehmen Deutschlands zusammenfasst, ist einer der wichtigsten und anerkanntesten Indikatoren für die weltweite Wirtschaftslage. Der ultimative DAX Guide von DailyFX informiert Sie über die gesamte Geschichte des DAX 30, wie es derzeit um ihn bestellt ist und wie er sich in Zukunft entwickeln könnte.

  1. Welchen Einfluss haben die bisher beispiellosen Ereignisse des Coronavirus auf den DAX?
  2. Wie haben in den letzten 20 Jahren kulturelle und soziale Probleme die Aktienkurse der im DAX zusammengefassten Unternehmen beeinflusst?
  3. Welchen Effekt haben Konglomerate und Unternehmensakquisitionen auf den DAX?
  4. Welche Unternehmen könnten im nächsten Jahrzehnt in den DAX aufgenommen oder aus ihm ausgeschlossen werden?
  5. Welche Unternehmen sind seit dessen Einführung Teil des DAX und warum?
  6. Vergleich des DAX mit anderen internationalen Aktienindexen
  7. Fazit

Deutschland, das in Sachen Wirtschaftsleistung den ersten und fünften Platz in Europa bzw. weltweit einnimmt, ist eine wichtige Triebkraft der Weltwirtschaft. Da überrascht es kaum, dass der DAX 30 seit seinem Bestehen viele der weltweit größten und bekanntesten Unternehmen enthält. Volkswagen, BMW, Siemens, Adidas und Bayer - um nur einige der geläufigsten Namen zu nennen, die es sich über Jahrzehnte im DAX gemütlich gemacht haben.

Da es sich beim DAX um einen Börsenindex für die erfolgreichsten Unternehmen handelt, der Faktoren wie Kapitalgewinne und Dividenden bei der Berechnung der Aktienkurse mit einkalkuliert, spiegelt er die Kraft der deutschen, europäischen und globalen Wirtschaft wider. DAX 30 Unternehmen sind für gewöhnlich weltweit vertreten, beschäftigen je Tausende Mitarbeiter und sind wichtige Bestandteile der weltweiten Handelsnetzwerke und Lieferketten.

Gerade deswegen haben globale Ereignisse einen großen Einfluss auf die Aktienpreise und den Börsenwert der DAX Konzerne, was sich währenddessen 32-jährigem Bestehen oft beobachten ließ. Dank der hohen Liquidität, den langen Handelszeiten und den niedrigen Spreads ist der Handel mit den DAX 30 Unternehmen unter einzelnen Tradern und großen Firmen weltweit beliebt und verbreitet.

Welchen Einfluss haben die bisher beispiellosen Ereignisse des Coronavirus auf den DAX?

Bevor wir uns einer Einführung in den DAX widmen, sollten wir zunächst das dringendste Problem ansprechen: Das Coronavirus, auch bekannt unter dem Namen COVID-19. Der DAX ist bei Weitem nicht immun gegen das Coronavirus, das einen Einbruch der Märkte verursachte und den Börsenwert der Indizes und Unternehmen überall auf der Welt um Billionen Euro schier ins Bodenlose rutschen ließ.

Der durch das Coronavirus verursachte Tumult an den Aktienmärkten geht auf viele Faktoren zurück wie die Unterbrechung der Lieferketten, Massenentlassungen und ein hohes Maß an Unsicherheit. Zwar sieht es so aus, als ob sich die Indizes weltweit wieder erholen werden, doch ist die Lage seit dem Coronavirus für gewöhnlich unberechenbar.

Mitte März 2020, als die Länder zunehmend mit Einschränkungen auf die Verbreitung des Virus reagierten, erlebte der DAX eine seiner schlechtesten Handelswochen seit seiner Entstehung. Er büßte in einer Woche fast 10 % seines Wertes ein und schloss am 19. März bei deutlich geringeren 7990 Punkten. Das ist einer der schnellsten und dramatischsten Verluste in der Geschichte des DAX.

Natürlich sind nicht alle Unternehmen gleichermaßen von den Auswirkungen des Coronavirus, die Investoren abschrecken, betroffen. Einige sind deutlich widerstandsfähiger - vor allem wenn sie in Branchen tätig sind, die das Coronavirus weniger einschränkt. Am schlimmsten getroffen hat es offensichtlich die Branchen Reisen und Tourismus. Lufthansa, die größte Fluglinie Deutschlands und seit dessen Einführung Teil des DAX 30, hat in der zweiten Hälfte des Märzes 2020 41 % seines Wertes eingebüßt. Das macht es zu dem Unternehmen im Index, das bei Weitem am schlimmsten betroffen ist.

Allerdings haben auch weitere Konzerne aus völlig anderen Bereichen unter der durch Corona ausgelösten Finanzkrise gelitten. Wie bei den anderen großen Finanzinstituten sind auch die Kurse der Deutschen Bank AG im März durchweg gefallen. Am 12. März erzielten sie ein Allzeittief von 4,87 € pro Aktie. Der Finanzsektor hat aus vielen verschiedenen Gründen unter dem Chaos gelitten. Einer der wichtigsten ist, dass Investoren den Banken ihre Mittel entziehen und sie stattdessen in sicherere Anlagen wie Staatsanleihen investieren.

Allerdings hat der Corona-Crash auf die Pharmariesen des DAX 30 wie Bayer und Merck kaum negative Auswirkungen. Trotz geringer Verluste Mitte März 2020 haben sich beide Unternehmen schnell erholt und werden den Sturm anscheinend unbeschadet überstehen. Das liegt größtenteils daran, dass die Nachfrage nach lebenswichtigen medizinischen Produkten, die die Konzerne bereitstellen, wie Impfstoffe, Antibiotika, antivirale Medikamente und Biotechnologien während globalen Pandemien dieser Größenordnung besonders groß ist.

Im weiteren Verlauf der Krise ist es möglich, dass bestimmte DAX 30 Unternehmen florieren, da sie sich besser an den neuen Normalzustand anpassen können, während andere mit massiven Einbußen rechnen müssen. Geht man von der weltweiten Umstellung auf Home-Office aus, lässt sich leicht erkennen, welche Unternehmen besser durch die Krise kommen.

Konzerne, die auf die Bereitstellung digitaler Dienstleistungen spezialisiert sind wie Wirecard, SAP oder die Telekom, können den Großteil ihrer Geschäfte weiterhin betreiben. Dagegen werden Unternehmen, die stark auf physische Herstellung und Export setzen wie BMW, Beiersdorf und Infineon, höchstwahrscheinlich unter den Einschränkungen durch Social Distancing leiden.

Natürlich ist es unmöglich, genau vorherzusagen, wie sich der DAX entwickeln wird, während sich die Krise in den nächsten Monaten weiter entfaltet. Die energischen Konjunkturpakete der Bundesregierung könnten den Index pushen oder eine Krise nach der anderen führt stattdessen zu weiteren Verlusten. Erst die Zukunft liefert Antworten.

Wie haben in den letzten 20 Jahren kulturelle und soziale Probleme die Aktienkurse der im DAX zusammengefassten Unternehmen beeinflusst?

Seit der Gründung des DAX im Juli 1988 in Frankfurt, hat der Index viele Höhe- und Tiefpunkte erlebt - genauso wie ähnliche Indizes wie der Dow Jones Industrial Average. Seit Einführung des DAX vor 32 Jahren gab es viele Auf- und Abschwünge. Dazu zählen auch die Rezession in den frühen 90ern, die japanische Asset Preisblase, der Schwarze Mittwoch, die asiatische Finanzkrise, die Dotcom-Blase und der Crash von 2008.

Da all diese Ereignisse globale wirtschaftliche Entwicklungen sind, überrascht es kaum, dass der DAX, der die größten Unternehmen aus einer der weltweit am stärksten vernetzten Wirtschaften repräsentiert, schon immer stark von ihnen beeinträchtigt wurde.

Im Folgenden nehmen wir die Auf- und Abschwünge des DAX Kurses seit seinem Bestsehen näher unter die Lupe.

1982-1990: Turbulente Anfänge

Der DAX wurde zum ersten Mal am 1. Juli 1988 in Frankfurt veröffentlicht - das wirtschaftliche und finanzielle Zentrum Deutschlands. Das Ziel war, einen repräsentativen Querschnitt der gesamten deutschen Wirtschaft bereitzustellen, auf den sich die ganze Welt verlassen konnte - obwohl viele damals nicht daran glaubten und auch heute nicht davon ausgehen, dass die 30 größten deutschen Unternehmen sich dafür eignen, die gesamte Wirtschaftslage des Landes zu repräsentieren.

Allerdings bezog sich der Index damals nicht auf das gesamte Deutschland. Das Land wurde vom Eisernen Vorhang gespalten, in die Bundesrepublik und die von den Sowjets regierte DDR. Allein die Bundesrepublik war im DAX repräsentiert. In den ersten Jahren nach seiner Einführung stieg der westdeutsche DAX stetig an - bis 1988 legte er 60 % an Wert zu.

Im Jahr danach erlebte der Index jedoch seinen ersten großen Crash. Mit dem Fall der Mauer und dem folgenden Niedergang des Kommunismus im November 1989 hatte die Integration des ärmeren Ostens in den wohlhabenderen Westen begonnen.

Im gerade frisch vereinten Deutschland führte das zu erheblichen wirtschaftlichen und politischen Tumulten. Das spiegelte sich auch im DAX wider, dessen Wert in den ersten vier Wochen des Jahres 1990 um 16 % fiel. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, gelang allerdings eine schnelle Erholung.

2000: Dotcom-Blase

Selbst 20 Jahre danach haben Analysten immer noch Alpträume über die Dotcom-Blase, die als lehrreiches Beispiel für die Gefahren eines Hypes gilt, die beim Traden drohen können. In den späten 90er-Jahren eroberte das Internet weltweit die Haushalte im Sturmflug und das Silicon Valley wurde zum Zentrum für Technologie und Wissen.

Internetunternehmen, die in diesem Zeitraum gegründet wurden, genossen durch die Erwartungshaltung darüber Rückenwind, was das Internet alles ermöglichen würde. Der Aktienkurs einiger Konzerne verdoppelte seinen Wert an einem einzigen Tag, obwohl überhaupt gar keine neuen Informationen über das Unternehmen veröffentlicht wurden. Den Großteil des Schadens durch die Dotcom-Blase bekam das Silicon Valley ab, dennoch war der DAX nicht gegen die Auswirkungen immun.

Der boomende Markt brachte Millionen von Deutschen dazu, im Glauben, dass die Party nie enden würde, in den DAX zu investieren. Auf dem Höhepunkt der Blase im Jahr 2000 besaßen 12 Millionen Deutsche Aktien von den DAX Unternehmen - ein Allzeithoch, das seitdem nie wieder erreicht wurde. Die Telekom, eines der größten Unternehmen auf dem DAX, sah sich sogar dazu gezwungen, im Jahr 2000 Aktien zu verlosen, da die Nachfrage dermaßen hoch war.

Technologie-Unternehmen auf dem deutschen Index für Technologiewerte, dem TecDAX, verzeichneten damals ähnliche Wertanstiege wie es bei Konzernen im Silicon Valley der Fall war. Viele gingen davon aus, dass die Blase weiter wachsen würde.

2003: Dotcom-Crash

Natürlich lässt sich solch ein kometenhafter Aufstieg nie lange aufrechterhalten. Den weltweiten Investoren wurde bewusst, dass viele der Internetunternehmen, deren Firmenwert man im 10- oder 11-stelligen Bereich eingeschätzt hatte, eigentlich keinen Mehrwert oder überhaupt irgendeinen Wert produzierten. Dann ging es langsam bergab, bis der Crash kam. Gegen Ende des Jahres 2000 entzogen Investoren ihr Kapital vermehrt den boomenden Technologieunternehmen und investierten es in schwache traditionelle Aktien.

Diverse Ereignisse wie der Enron-Skandal, der WorldCom-Skandal und die Angriffe auf das World Trade Center beschleunigten diese Massenflucht zusätzlich. Gegen Ende des Jahres 2002 hatten die Aktienkurse der globalen Technologie Unternehmen, die zur Dotcom-Blase gehörten, einen Wert von 4 Billionen Euro eingebüßt - eine Entwicklung die etliche Konkurse mit sich brachte.

Die aufgezeichneten Daten über den DAX zeigen, dass die Dotcom-Blase ihn besonders hart getroffen hat. Nachdem er seinen damals höchsten Kurs von 8.136,16 erreicht hatte, schloss er am 12. März 2003 bei einem Tief von 2.202,96 Punkten, als die schlimmsten Nachwirkungen der Blase auf ihn einwirkten. Die Aktienkurse des Neuen Marktes, damals Deutschlands wichtigste Börse für Technologie-Aktien, büßten von 2000 bis 2003 98 % ihres Wertes ein. Gleichzeitig verließen ehemalige DAX Unternehmen wie Epcos und MLP den Index, da ihr Börsenwert auf neue Rekordtiefs gesunken war.

2003 - 2008: Aufschwung und Boom

Die Jahre nach dem Dotcom-Crash bescherten dem DAX größtenteils ununterbrochen Erfolge. Der Markt erholte sich aufgrund der wachsenden Nachfrage nach hochwertigen deutschen Exporten - insbesondere nach Produkten der größten DAX Unternehmen wie Volkswagen und Siemens, auf ein nie zuvor erreichtes Niveau.

Im Juli 2007 verzeichnete der DAX ein neues Allzeithoch von 8.151,57 Punkten und er legte weiter zu. Nachdem die Frankfurter Börse den 20. Geburtstag des DAX gefeiert hatte, erlebte der Index den bisher höchsten Anstieg pro Tag. Er kletterte in nur ein paar Stunden um bemerkenswerte 11,4 %.

Volkswagen, das 2008 für kurze Zeit das weltweit wertvollste Unternehmen war, als , verkörpert den Boom vor der Rezession wohl am besten.

Am meisten vom Aufschwung profitiert haben Riesen der Finanzindustrie wie die Deutsche Bank und die Allianz, deren Börsenwert wie bei den US-Giganten wie Lehman Brothers ins Unermessliche stieg

2008: Rezession und Crash

Wie allseits bekannt ist, war der Boom von kurzer Dauer. Die Wirtschaftskrise von 2008 wurde von der US-Hypothekenkrise ausgelöst und gilt allgemein als der schlimmste wirtschaftliche Crash seit der Großen Depression in den 1930er-Jahren. Einige der größten Banken gingen bankrott und Millionen von Menschen verloren ihre Jobs und Ersparnisse.

Deutschland war besonders stark betroffen, obwohl die Bundesregierung umfassende, laut Schätzung 500 Milliarden Euro teure Rettungspakete schnürte, um die größten deutschen Banken zu retten. Von 2007 bis 2008 halbierte sich der Wert des DAX, er fiel um 55,9 % und erreichte eine Talsohle bei 3.585,1 Punkten.

Einige der Unternehmen, die einst die ersten Reihen des DAX besetzten, verließen den Index entweder für immer oder mussten dank der Krise Bankrott anmelden. Hypo Real Estate, die Deutsche Bank und TUI wurden nach vernichtenden Kursstürzen des Feldes verwiesen - und das vor allem dank ihrer jeweiligen Sparte, Hypotheken, Bankwesen und Reisen, die alle besonders stark von der Rezession betroffen waren.

DAX Entwicklung der letzten zwanzig Jahre

Quelle: Macrotrends

2011: Schwarzer Montag

In einigen Ländern erholten sich die Aktienmärkte besonders schnell, nachdem das Schlimmste überstanden war - auf Deutschland und den DAX traf das nicht zu. Die wirtschaftliche Erholung verlief hierzulande für die Verhältnisse der Eurozone relativ langsam, aber zumindest schneller als in Italien oder Spanien. Doch langsam aber sicher stieg der DAX wieder an und verzeichnete im Juni 2011 7372,24 Punkte.

Allerdings stand dem DAX noch ein vernichtender Abschwung bevor, zu dem es im August desselben Jahres kommen würde, als die Panik vor einem langsamen Aufschwung nach der Rezession umging. Im Juli 2011 verlor der DAX langsam Punkte, da Investoren sich während der bevorstehenden Schuldenkrise der Eurozone vermehrt darüber besorgt zeigten, dass das enorm hohe Ausmaß fauler Kredite, das Banken in Italien und Frankreich angehäuft hatten, die gesamte Eurozone zu Fall bringen könnte.

Dagegen kam der Auslöser für das, was folgen sollte, aus Übersee. Am 6. August 2001 stufte die globale Kreditratingagentur Standard and Poor’s die Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA+ herab und warnte so davor, dass ein Mangel an wirtschaftlicher Erholung nach 2008 das Vertrauen darin erschüttert hatte, dass die weltweit größte Wirtschaft seine Schulden zurückzahlen kann.

Diese Herabstufung löste einen Massenverkauf aus, weil die Investoren von einer weiteren weltweiten Rezession ausgingen. Am Montag darauf, bekannt als „Schwarzer Montag", brachen überall auf der Welt die Aktienkurse ein. Der DAX büßte an einem einzigen Tag 5,8 % ein und sank weiter bis zum 5. September 2001. Damals schloss er bei einem Tief von 5.246,20 Punkten.

2013-2018: (Fast) ununterbrochenes Wachstum und ein rekordverdächtiger bullischer Markt

Der Schwarze Montag hat nie zu der weltweiten Rezession geführt, die die Investoren befürchtet hatten und die Kurse stiegen kurz danach wieder an. Zwar war die Wirtschaftslage in der Eurozone weiterhin durchwachsen, doch übernahm Deutschland in den kommenden sechs Jahren die Führung. Der DAX, im Jahr 2011 noch bei 5.246,20 Punkten, markierte am 23. Januar 2018 den damaligen Rekordwert von 13.559,60 Punkten.

Dank der boomenden deutschen Wirtschaft und der Fähigkeit der einst angeschlagenen DAX Unternehmen wie Volkswagen und der Deutschen Bank, sich den verlorenen Ruf als vertrauenswürdigste und angesehenste Unternehmen weltweit wieder zu erkämpfen, erlebte der DAX die längsten bullischen Phasen seit seiner Entstehung.

Das Rekordwachstum, das in diesem Zeitraum beobachtet wurde, entspricht zwar dem, was wir von anderen Märkten kennen. Dabei erlebten die FTSE 250 und der S&P 500 rekordverdächtige bullische Phasen und erzielten in Sachen Börsenwert neue Höchstwerte. Doch wurden dem DAX in dieser Zeit einige kleinere Steine in den Weg gelegt.

Das erste Hindernis geschah 2013, als die EZB den Leitzins auf ein Allzeittief von 0,25 % festlegte. Ein Entschluss, der mit dem langsamen Wachstum der Eurozone zusammenhing und die Investoren dazu bewegte, sich vom DAX fernzuhalten. Allerdings war die Maßnahme von kurzer Dauer und die EZB erhöhte den Leitzins im Mai desselben Jahres wieder, was einen Anstieg der Kurse nach sich zog, der bis Juni 2015 anhielt.

In diesem Zeitraum verursachte die griechische Staatsschuldenkrise, während der Deutschland den größten Teil der Schulden Griechenlands übernahm, einen Massenverkauf, da Panik umging, dass Deutschland seine Verluste nicht wieder wettmachen könnte. Allerdings einigte sich Deutschland über die Europäische Kommission mit Griechenland und erarbeitete einen Plan für die Rückzahlung. Und die Panik löste sich schnell auf, wodurch der DAX wieder auf Rekordwerte anstieg.

2018: Handelskriege und Unsicherheit

Obwohl die Dinge Ende 2017 noch rosig aussahen, häuften sich grundlegende Probleme an. Zwar hatte die Eurozone in den ersten paar Monaten von 2018 einige ihrer stärksten Wachstumsperioden erlebt, doch eskalierte die Lage Mitte des Jahres. Der Anstieg der Schulden, die umgehende Angst über eine italienische Bankenkrise, traumatisierende Umstrukturierungspläne für die deutschen Finanzriesen wie die Deutsche Bank und die Commerzbank und die zunehmende Unsicherheit durch die Brexit-Verhandlungen forderten ihren Tribut von den DAX Unternehmen.

Allerdings kam der schwerste Schlag wieder von außerhalb Europas. Der wütende Handelskrieg zwischen der Trump-Regierung und China erreichte im Sommer 2018 seinen Höhepunkt, als beide Länder im Juni, Juli und August mit Exporttarifen reagierten. Bis Ende September hatten beide Nationen Exporttarife im Wert von mehreren Milliarden Euro verhängt - bei einigen Gütern betrugen sie bis zu 25 %.

Währenddessen drohte die US-Regierung einigen der größten Unternehmen auf dem DAX wie Volkswagen oder Daimler, das Unternehmen, das hinter Mercedes steckt, direkt mit Tarifen auf deutsche Autoteile und Autos.

Die Drohungen wurden 2018 nicht in die Realität umgesetzt, doch reichte der Konflikt zwischen den USA und China aus, um 2018 zum schwächsten Jahr des DAX seit der Großen Rezession zu machen.

Vom Januar bis zum Dezember 2018 verlor der DAX 18 % seines Werts - ein Rückgang um 253 Milliarden Euro. Am schlechtesten abgeschnitten hat dabei die Deutsche Bank, die 56 % ihres Börsenwertes einbüßte, weitere Unternehmen sind: Covestro, ein Verlust um 49,8 %, Bayer (-40,9 %), die Deutsche Post (-39,8 %), Daimler (35,2 %) und Volkswagen (16,5 %).

Die Deutsche Bank hat bereits vor dem Höhepunkt des Handelskrieges schlecht performt - der wirtschaftliche Schaden an den anderen Unternehmen wurde dagegen direkt durch ihn verursacht. Automobilhersteller wie Daimler und Volkswagen waren stark von Exporten nach China und in die USA abhängig und die sinkende Nachfrage nach Importen, die der Handelskrieg mit sich brachte, sorgte dafür, dass sie zuerst unter dessen Auswirkungen zu litten hatten.

Währenddessen mussten Pharmariesen wie Bayer oder Merck mit ansehen, wie die Einschränkungen ihre Lieferketten durchbrachen, was ihren Wert nur weiter herabsetzte.

Am bedeutendsten daran ist, dass das Chaos von 2018 ein Warnschuss für die Weltwirtschaft war, der die Investoren und Trader daran erinnerte, wie stark vernetzt die Welt wirklich ist.

2020: COVID-Chaos

Bloß ein paar Wochen, bevor das COVID-19-Virus an den Börsen weltweit Massenverkäufe auslöste, ging es dem DAX so gut wie nie zuvor. Zu einem Zeitpunkt, als breite Zustimmung darüber herrschte, dass das Coronavirus ein isoliertes, einfach in den Griff zu kriegendes Phänomen war, erzielte der DAX am 17. Februar 2020 ein Hoch von 13.795,24 Punkten. Und das obwohl die Daten über die Wirtschaftslage damals keinen Grund zum Optimismus gaben.

Allerdings hielt diese Stimmung - wie inzwischen bekannt ist, nicht lange an. Als Europa zur Region wurde, die am stärksten vom Virus betroffen war und anfing, massiv einschränkende Ausgangssperren zu verhängen und Unternehmen vorübergehend zu schließen, geriet der DAX ins Taumeln und verlor in nur vier Wochen bisher beispiellose 6000 Punkte. Gleichzeitig reagierten besonders erfolgreiche Unternehmen des DAX wie BMW oder Lufthansa mit Massenentlassungen auf die Krise.

Seit seinem Tiefpunkt vom März hat sich der DAX wieder ein bisschen erholt. Allerdings ist offensichtlich, dass das Chaos, das der Virus verursacht hat, noch lange nicht vorbei ist. Gerade das ermöglicht Ausblicke darauf, wie sich der Index in den kommenden Monaten entwickeln wird. Eines ist sicher: Nun ist es besonders interessant, den DAX 30 Realtimekurs zu verfolgen.

Welchen Effekt haben Konglomerate und Unternehmensakquisitionen auf den DAX?

DAX Unternehmen der letzten 30 Jahre Aufsteiger und Absteiger

Quelle 1: Macrotrends

Quelle 2: Bloomberg

Die Daten über die Entwicklung, die seit seinem Bestehen aufgezeichnet werden, haben gezeigt, dass der DAX launisch ist - sein Umfang, die Zusammensetzung der Branchen und die Mitglieder sind stetem Wandel ausgesetzt. Viele Unternehmen haben den DAX nach einer jahrzehntelangen Mitgliedschaft wieder verlassen.

Oft weil ihr Börsenwert unter ein bestimmtes Niveau gefallen ist, sodass sie nicht mehr zu den Top-30 der deutschen Konzerne gehören. Andere Unternehmen sind nicht mehr Teil des DAX, da sie in schwere finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Viele DAX 30 Langzeit-Mitglieder verließen den Index, weil sie mit anderen Firmen fusioniert sind oder von einem Rivalen aufgekauft wurden. Die Vorgänge und Marktmächte zu verstehen, die den DAX zu dem machen, was er ist, bleibt die wichtigste Aufgabe für jeden DAX Trader in spe. Nachdem das klargestellt wurde, widmen wir uns der langen und manchmal komplizierten Geschichte der Fusionen, Aufkäufe, Übernahmen und Aussteiger der DAX Unternehmen.

Die wichtigsten Fusionen & Übernahmen der DAX Konzerne

Für Unternehmen, die an der Spitze eines der wertvollsten Aktienindizes der Welt stehen, gibt es hin und wieder nur eine Methode, um weiter zu wachsen: mit Konkurrenten ähnlicher Größe zu fusionieren oder sich vollständig von anderen Konzernen übernehmen zu lassen. Die Geschichte des DAX ist mit all ihren Fusionen und Übernahmen sagenumwoben. Dabei haben sich einige der größten Unternehmen des Index zusammengeschlossen, um globale Riesen zu werden.

Da Fusionen und Übernahmen im Business-Bereich immer gängiger werden, ist ein Verständnis der Vorgänge und Überlegungen, die einige der größten Fusionen und Übernahmen von DAX Unternehmen ausgelöst haben, lebenswichtig für jeden, der ein DAX Trader werden möchte oder jeden, der bereits beruflich mit diesem Marktindex zu tun hat. Um auf den Punkt zu kommen: Hier ist die Liste der wichtigsten Fusionen und Übernahmen, die der DAX 30 jemals erlebt hat.

  • September 1009: Die Nixdorf AG fusioniert mit den Computer and Data Information Services (DIS). Gerade als Siemens seinen IT-Bereich weiter ausbaute, machte das Unternehmen weltweit Schlagzeilen in den Finanznachrichten, da es Nixdorf kaufte - damals das größte IT-Unternehmen Europas und selbst ein prominentes Mitglied des DAX. Siemens verschmolz Nixdorf mit seiner firmeninternen DIS-Abteilung, wobei ein Großteil der Mitarbeiter und Ressourcen beibehalten wurde.
  • Dezember 1998: Daimler fusioniert mit Chrysler. Daimlers Fusion mit der US-amerikanischen Ikone der Automobilindustrie Chrysler war damals, bei einem Wert von 30 Milliarden Euro, die bis dahin größte industrielle Vereinigung. Die Fusion, zu dem Zeitpunkt als „Ehe auf Augenhöhe" angepriesen, sollte es Daimler ermöglichen, den US-amerikanischen Markt zu dominieren und beide Unternehmen vor der Konkurrenz aus Japan zu schützen. Allerdings waren Daimler und Chrysler nicht gerade wie füreinander geschaffen und Chrysler wurde neun Jahre später für nur 6,2 Milliarden Euro an die Private-Equity-Group Cerberus verkauft.
  • März 1999: Thyssen und Krupp fusionieren zu ThyssenKrupp. Sowohl Thyssen als auch Krupp waren Stahlriesen und haben ihre Wurzeln, die ein paar Jahrhunderte alt sind, in Deutschland. Dennoch hatten sie mit Konkurrenz aus den USA und Asien zu kämpfen. Deswegen vereinbarten sie nach Verhandlungen, die sich über knapp 10 Jahre hinzogen, einen Deal über mehrere Milliarden Euro und fusionierten.
  • Juli 2001: Die Allianz übernimmt die Dresdner Bank. Der DAX Konzern Allianz verkündete 2001 die Übernahme der Dresdner Bank für 16,9 Milliarden Euro und beschrieb sie als einen der wichtigsten Deals des Jahrzehnts. Die Allianz hatte sich von der Fusion mit einem der Veteranen der deutschen Bankindustrie erhofft, im Bankwesen Fuß zu fassen. Doch kam dann das Erwachen und die Allianz verkaufte die Dresdner Bank für 14 Milliarden USD 2008 an die Commerzbank, nachdem sie bekanntgegeben hatte, dass sie sich ab sofort wieder auf ihr Kerngeschäft, das Versicherungswesen, konzentrieren werde.
  • September 2006: Bayer übernimmt Schering. Zu Bayers Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering, das man vor allem für die Erfindung von Aspirin kennt, kam es nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem Konkurrenten Merck, ein ebenfalls auf dem DAX gelisteter Konzern. Beide Unternehmen lieferten sich eine aggressive und anhaltende Übernahmeschlacht um Schering. Nachdem Bayer angeboten hatte, Mercks Anteile zu einem übertriebenen Preis aufzukaufen, gab Merck klein bei. Insgesamt soll die Übernahme Bayer Schätzungen zufolge 16,9 Milliarden Euro gekostet haben.

DAX Aussteiger

Ohne Zweifel ist der DAX 30 ein exklusiver Club, in den nur die größten, reichsten und dynamischsten deutschen Unternehmen aufgenommen werden. Da die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft derart hoch sind, überrascht es kaum, dass viele Unternehmen den DAX seit seinem Bestehen wieder verlassen mussten.

Die geläufigste Ursache dafür, dass DAX Unternehmen den Index verlassen, ist, dass ihr Börsenwert unter ein bestimmtes Niveau rutscht, weswegen sie nicht mehr zu den Top-30 der wertvollsten deutschen Unternehmen zählen. Teils fällt ihr Wert auch gar nicht und sie werden stattdessen von einem anderen, schneller wachsenden Unternehmen übernommen. In diesem Sinne folgen nun einige der größten Unternehmen, die in den letzten Jahrzehnten den DAX verlassen haben.

  • Epcos: Der deutsche Elektronikhersteller Epcos war nur kurz auf dem DAX gelistet und wurde erstmals im Februar 2000 aufgenommen. Danach musste er den Index im Dezember 2002 wieder verlassen, da nervöse Investoren seinen Börsenwert um ein paar Prozentpunkte geschmälert hatten.
  • Postbank: Kurz nachdem sie an die Deutsche Bank verkauft wurde, sah sich die Postbank im März 2009 dazu gezwungen, den DAX schnell wieder zu verlassen, da ihr Börsenwert zu niedrig war. Die Marktkapitalisierung der Postbank ist dabei nicht gesunken, doch wurden die Regeln des DAX dafür, wie sie berechnet wird, geändert, sodass die Postbank die Voraussetzungen nicht mehr erfüllte.
  • Hannover Rück: Hannover Rück, einer der weltweit größten Rückversicherungskonzerne, hatte seit dessen Bestehen einen der kürzesten Siegeszüge auf dem DAX. Nachdem das Unternehmen im März 2009 die Postbank verdrängt hatte und zum ersten Mal auf den DAX aufgenommen wurde, musste es den Index sechs Monate wieder verlassen - und wurde dabei von Infineon ersetzt.
  • Salzgitter: Salzgitter, einer der größten Stahlproduzenten Europas, wurde erstmals 2008 Bestandteil des DAX - nur 2 Jahre danach, im Juni 2010, wurde es von HeidelbergCement, einem bekannten Konkurrenten, verdrängt.
  • Lanxess: Lanxess, der weltweit größte Hersteller von Synthesekautschuk, flog im September 2015 aus dem DAX. Zuvor hatte das Unternehmen Überkapazitäten im Kautschukmarkt aufgebaut, auf dem die Nachfrage nach solchen Produkten bereits nachließ. Der Konzern gehört inzwischen zum M-DAX für mittelgroße Unternehmen.
  • K+S: Nachdem die 121 Jahre alte Organisation, die Düngemittel herstellt, 2008 zum ersten Rohstoffunternehmen wurde, das seit dessen Gründung Teil des DAX 30 wurde, musste sie ihn 2015 wieder verlassen, da ihr Börsenwert zu stark gesunken war.
  • Commerzbank: Die Commerzbank, der zweitgrößte Geldgeber Deutschland, musste den DAX - ganz zur Überraschung der Experten, im September 2018 verlassen. Der Ausstieg folgte chaotischen Umstrukturierungen und dem gescheiterten Versuch, mit der Deutschen Bank zu fusionieren.
  • ThyssenKrupp: Nachdem die Aktienkurse in einem Jahr drastisch um 42 % an Wert verloren hatten, musste das angeschlagene Industriekonglomerat ThyssenKrupp den DAX 2019 zum ersten Mal seit der Gründung des Unternehmens verlassen - damals eine der bedeutendsten Änderungen an dem Index.

Die Kauflustigen des DAX

In der Geschichte des DAX waren es bloß eine Hand voll Unternehmen, die die meisten großen Firmen aufgekauft haben. Dabei sind Übernahmen, bei denen für gewöhnlich ein größeres Unternehmen ein kleineres aufkauft und es zu seinem Portfolio hinzufügt, in der Geschäftswelt seit Jahrzehnten eine beliebte Taktik.

DAX 30 Übernahmen

Quelle 1: Crunchbase

Quelle 2: Crunchbase

Quelle 3: Crunchbase

Es gibt zwar Belege dafür, dass die Anzahl der Übernahmen in den Jahren nach 2008 drastisch zugenommen hat, doch haben die größten und ältesten Unternehmen des DAX schon lange davor Übernahmen im Wert von mehreren Milliarden Euro durchgeführt. Das sind die derzeit kauflustigsten Unternehmen auf dem DAX.

Siemens: Siemens, der Elektronik- und Telekommunikationsgigant liegt klar mit einem großen Vorsprung in Führung - er hat insgesamt 65 Übernahmen vorzuweisen. Obwohl Siemens 21 der Aufkäufe wieder abgestoßen hat, zählt das Unternehmen weiterhin zu den besonders spendablen des DAX 30 und ist nach wie vor eine beliebte Option für Trader, die Aktien des DAX 30 handeln.

Als weltweit tätiges Konglomerat für Technik und Elektronik spricht Siemens viele verschiedene Kunden an, was erklärt, weshalb es sein Geld in sehr unterschiedliche Branchen investiert. Da eine Liste aller Übernahmen durch Siemens an dieser Stelle zu viel Platz einnehmen würde, fassen wir die größten Aufkäufe in der 173-jährigen Geschichte des Unternehmens zusammen.

  • 1991: Nixdorf Computer AG. Vor der Übernahme war der Computerhersteller der größte IT-Konzern Europas. Als Siemens das Unternehmen in einer feindlichen Übernahme für einen geheimen Geldbetrag erstanden hatte, wurde es zum größten Computer-Konzern in Europa.
  • 1998: Westinghouse Power Generation. Siemens kaufte das US-amerikanische Energieunternehmen für 1,26 Milliarden Euro und stärkte so seine Position in der Sparte Energietechnologie massiv.
  • 2007: Dade Behring. Dieses US-amerikanische Unternehmen für klinische Diagnostik schnappte sich Siemens für schlappe 5,9 Milliarden Euro - bis dahin Siemens größtes Investment, um auf dem Markt für Medizintechnik Fuß zu fassen.
  • 2007: UGS Corp. Aus dem Bedürfnis heraus, sein Portfolio in der Branche industrieller Software auszubauen, ließ Siemens für dieses Unternehmen, das Computersimulationen von Fertigungssystemen entwickelt, 2,95 Milliarden Euro springen.
  • 2012: Invensys Rail. Siemens kaufte die Abteilung für Schienentransport Invensys, einem britischen Technologiekonglomerat, 2012 für 1,43 Milliarden Euro ab. Der Deal war Teil einer Strategiewende, die darauf abzielte, das Kerngeschäft zu stärken, sprich mehr Ressourcen in die Entwicklung von Technologien für die Infrastruktur zu investieren.
  • 2015: Dresser-Rand Group. Dresser-Rand, ein schwer verschuldetes Energieunternehmen, wurde 2015 von Siemens für 6,41 Milliarden Euro in Geldform übernommen. Darauf gab Siemens bekannt, es werde Houston (Texas), wo Dresser-Rand seinen Sitz hat, zum Zentrum für seine Öl- und Gasoperationen machen.
  • 2016: Mentor Graphics. Siemens baute sein Portfolio weiterhin mit Unternehmen aus, die industrielle Software entwickelten, indem es sich 2016 Mentor Graphics für 3,79 Milliarden Euro unter den Nagel riss.

Volkswagen: Das Automobilkonglomerat Volkswagen mag zwar weniger Übernahmen vorzuweisen haben, doch zählen die Unternehmen, die es aufgekauft hat, zu einigen der prestigeträchtigsten und bekanntesten Europas. Besonders bemerkenswert an Volkswagens Strategie ist, dass sie aufgeht. Alle Unternehmen, die aufgekauft wurden, sind kommerziell erfolgreiche, gut bekannte europäische Automarken mit einem hervorragenden Ruf.

Während der Anfänge seiner Aufkäufe konzentrierte Volkswagen sich auf Marken, die erschwingliche Familienautos herstellten. Gegen Anfang des 21. Jahrhunderts änderte der Konzern seine Taktik jedoch und begann, aggressiv Autohersteller aufzukaufen, die auf luxuriöse Fahrzeuge spezialisiert sind. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Aufkäufe von Volkswagen.

  • 1965: Auto Union. Vor Audi war die Auto Union der größte Kfz-Hersteller Ostdeutschlands. Volkswagen, ein westdeutsches Unternehmen, begann in den frühen 60ern, die Vermögenswerte von Auto Union aufzukaufen und erlangte im Jahr 1965 die Mehrheitsbeteiligung.
  • 1986: SEAT. Volkswagen kaufte den beliebten spanischen Automobilhersteller 1986 auf, als das Unternehmen Anteile über 51 % erworben hatte. 1990 besaß Volkswagen schon 99,99 % des Konzerns. Damit war SEAT die erste nichtdeutsche Marke, die Volkswagen vollständig gehörte und die als Tochterunternehmen der Wolfsburger fungierte.
  • 1994: Skoda. Der tschechische Kfz-Hersteller Skoda wurde 1991 zunächst teilweise von Volkswagen gekauft, als die tschchische Regierung VW gestattete, Aktien mit einem Anteil von 30,1 % zu erstehen. Zwar sollte das ursprünglich Skoda helfen, die schwierigen Zeiten nach dem Zusammenfall des Kommunismus und der nun ausbleibenden staatlichen Unterstützung zu überstehen. Allerdings zeigte Volkswagen auch weiterhin großes Interesse an den Tschechen und sicherte sich 1994 eine Mehrheitsbeteiliung an dem Konzern.
  • 1998: Bentley, Lamborghini und Bugatti. Als Teil einer konzentrierten Kampagne, mit der sich Volkswagen eine stärkere Position auf dem Luxusmarkt sichern wollte, kam VW 1998 in einen Kaufrausch und investierte Milliarden von Euros in Bentley, Lamborghini und Bugatti, die prestigeträchtigsten Automarken weltweit.
  • 2008: Scania. In einem Schritt, der für viele Finanzanalysten und -experten unerwartet kam, kaufte VW 2007 plötzlich Aktien des schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania mit einem Anteil von 36,4 % auf. Im Jahr darauf stieg VWs Anteil dann auf 70,94 % an. Die Übernahme war Volkswagens erster Beutezug im Sektor für Industriefahrzeuge.
  • 2012: Ducati und Porsche. Porsche und Volkswagen arbeiten schon über ein Jahrhundert eng zusammen. Doch erst 2012 konnte sich VW endlich seinen Traum erfüllen, eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen zu erwerben. Im selben Jahr übernahm der Konzern außerdem Ducati, einen italienischen Hersteller hochwertiger Motorräder.

Deutsche Post: Noch vor ein paar Jahrzehnten war die Deutsche Post, deren Handelsname Deutsche Post DHL lautet, ausschließlich im Inland tätig. Das Unternehmen, das als vom Staat unterstütztem Postdienst mit dem Namen Deutsche Bundespost 1947 ins Leben gerufen wurde, war ursprünglich kaum im Ausland vertreten, bis es Anfang des 21. Jahrhunderts begann, weltweit Konzerne aufzukaufen. Im Folgenden finden Sie die aktuelle Liste allerer Übernahmen durch die Deutsche Post:

  • 1999: Van Gend & Loos. Die Deutsche Post startete ihren internationalen Kaufrausch 1999 mit der Übernahme von Van Gend & Loos, der ältesten und größten Vertriebsgesellschaft in den Niederlanden.
  • 2000: Danzas. Kurz nach der niederländischen Übernahme sicherte sich die Deutsche Post im Jahr 2000 Danzas, die globale Vertriebsgesellschaft mit Sitz in der Schweiz. Inzwischen ist der Konzern auch unter dem Namen DHL Global Forwarding Division bekannt.
  • 2002: DHL International und Airborne Express. Indem die Deutsche Post eine Mehrheitsbeteiligung am Airborne Express aus Seattle, Washington, erwarb, festigte es seine Position als globalem Kurier- und Lieferservice. Kurze Zeit später verschmolz das Unternehmen Airborne, Danzas und Van Gend & Loops und es entstand DHL International.
  • 2005: Exel. 2005 weitete die Deutsche Post ihre logistischen Fähigkeiten aus, indem sie Exel, den Riesen für Unternehmenslogistik, für 5,68 Milliarden Euro aufkaufte.
  • 2010: Nugg.ad. Um sich ihren Anteil an der Sparte E-Commerce zu sichern, übernahm die Deutsche Post 2010 Nugg.ad, eine Plattform für Predictive Behavioral Targeting, also für das effizientere Platzieren von Online-Werbung, für eine nicht näher genannte Summe.
  • 2011: AdCloud. Hinter dem Kauf von AdCloud, einer auf Suchmaschinen spezialisierten Werbeagentur, zu dem es im Jahr darauf kam, steckte eine ähnliche Absicht.
  • 2012: All You Need GmbH. Die Deutsche Post kaufte All You Need, eine Plattform für die Lieferung von Lebensmitteln, die ihren Sitz in Berlin hat, auf. Allerdings blieb das Unternehmen nur kurz im Besitz der Post - sie stieß es ein paar Jahre danach wieder ab.
  • 2014: StreetScooter GmbH. In einer unkonventionellen Maßnahme erwarb die Deutsche Post eine Mehrheitsbeteiligung an StreetScooter, einem Hersteller von elektrischen Scootern, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern.
  • 2016: UK Mail. 2016 festigte die Deutsche Post ihre Position im Vereinigten Königreich, Europas größtem Markt für E-Commerce, als es den unabhängigen Postdienstgiganten UK Mail für 266 Millionen Euro übernahm.

Welche Unternehmen könnten im nächsten Jahrzehnt in den Dax aufgenommen oder aus ihm ausgeschlossen werden?

Wie sich gezeigt hat, ist eine Mitgliedschaft im DAX häufig zeitlich begrenzt. Wer seinen Platz in dem prestigeträchtigen Index nicht verlieren möchte, muss der Konkurrenz ständig voraus sein und darf sich keine Fehler leisten. Viele der Unternehmen, die den DAX am Ende verlassen müssen, haben nicht unbedingt mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Stattdessen ist die Konkurrenz oft einfach dynamischer.

Vorhersagen darüber, wer in Zukunft den DAX verlassen muss oder dessen Mitglied wird, sind relativ schwierig. Immerhin sind viele der Aus- und Beitritte selbst für die erfahrensten Finanzexperten überraschend gekommen. Wer die Marktmächte, die in der deutschen Wirtschaft momentan den Ton angeben, allerdings genauer analysiert, kann bestimmte Hinweise und Trends identifizieren, die einen Aussagegehalt haben.

In diesem Zusammenhang sehen wir uns einige der besonders verbreiteten Vorhersagen darüber an, welche Unternehmen den DAX im kommenden Jahrzehnt verlassen bzw. in ihn aufgenommen werden.

Wer wird den DAX verlassen?

Deutsche Lufthansa AG

Schon lange vor den dramatischen Auswirkungen von COVID-19, die die Anzahl der Buchungen und die Profite der Fluglinie dezimierten, war Deutschlands Aushängeschild in Sachen Luftfahrt schwer angeschlagen. In den vergangenen zwei Jahren hat der Konzern diverse Gewinnwarnungen ausgesprochen.

Die schlimmste darunter kam im ersten Quartal 2019, als die Fluglinie einen quartalen Rekordverlust von 336 Millionen Euro erlitt, zu dem es durch einen anhaltenden Streit mit der deutschen Steuerbehörde und einschneidende Konkurrenz durch Billiganbieter gekommen war.

Über das gesamte Jahr 2019 schnitt die Lufthansa unter allen Unternehmen an der DAX Börse am schlechtesten ab. Ihre Kurse fielen von Januar bis Dezember um insgesamt 44,42 % Das sind keine guten Vorzeichen für Deutschlands Bilderbuchfluglinie, die bereits ein traumatisches Jahrzehnt aus Umstrukturierungen, Kündigen und Verlusten hinter sich hat. Die Auswirkungen, die der Coronavirus auf die Flugindustrie hat, waren für das einst dynamische Unternehmen auch der letzte Sargnagel. Die Lufthansa musste den Index inzwischen verlassen und gehört ab sofort zum MDAX.

BMW AG

Nur wenige Marktexperten bezweifeln, dass die Zeichen für die deutschen Automobilhersteller derzeit schlecht stehen. Die Absatzzahlen der deutschen Hersteller hochwertiger Autos sind in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen eingebrochen. Daneben legen Bedrohungen wie der Coronavirus und der Brexit die komplexen Lieferketten dieser massiven Unternehmens teils lahm.

Einige Konzerne wie VW haben offensichtlich ein ausreichend breit gestreutes Portfolio, um die Krise unbeschadet zu überstehen - auf BMW trifft das dagegen nicht zu.

Der DAX Aktienkurs des Konzerns sank 2019 insgesamt um 27,79 %. Zuvor hatte eine Vielzahl von Gewinnwarnungen die Investoren vertrieben.

Im letzten Jahr sprach BMW eine heftige Gewinnwarnung aus und gab an, es werde zu Ersparnissen von mehr als 11 Milliarden Euro kommen, die sich auf die Belegschaft, den Betrieb und die Vermögenswerte auswirken würden. Das relativ enge Portfolio, das zu stark auf hochwertige Luxusautos limitiert ist, reagiert besonders stark auf Marktunsicherheit, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Aus diesen Gründen ist es unwahrscheinlich, dass BMW noch ein weiteres Jahrzehnt Teil des DAX bleiben wird.

Infineon Technologies AG

Oberflächlich betrachtet sollte Infineon, ein Hersteller von Halbleitern, gute Voraussichten haben, in den 2020er-Jahren auf dem DAX zu bleiben. Es ist praktisch unmölich, dass der Bedarf an Halbleitern, die für die Produktion von Mikrochips benötigt werden, abnimmt. Allerdings hat Infineon einige schwere Jahre hinter sich und befindet sich derzeit in einer Situation, in der es unhaltbar scheint, dass es weiterhin Mitglied des DAX bleiben kann.

Im Jahr 2019 brach der Aktienkurs des Unternehmens um 29,92 % ein. Zuvor durchlebte Infineon ein chaotisches erstes Quartal, in dem die Einkünfte um fast 20 % zurückgingen. Der Konzern führte das auf die ablassende Nachfrage nach Halbleitern auf dessen größtem Absatzmarkt China zurück, das künftig vermehrt darauf setzt, die Leiter im Inland herzustellen, anstatt sie zu importieren.

Das und Skandale wie der ROCA Vorfall von 2018, bei dem Sicherheitslecks diverser Infineon Produkte dazu führten, dass die Daten hunderttausender Kunden aufgedeckt wurden, versprechen keine rosige Zukunft. Wenn Infineon sich nicht gegen die Konkurrenz durchsetzt und sich am Riemen reißt, wird es dem Unternehmen schwerfallen, seinen Platz auf dem DAX noch länger zu halten.

Wer wird dem DAX beitreten?

Scout24 AG

Die Scout24 AG mag derzeit für DAX-Verhältnisse zwar noch nicht wertvoll genug sein, da es auch auf dem M-DAX noch zu den weniger erfolgreichen Unternehmen gehört. Doch hat der Konzern das Potenzial dazu, in den kommenden Jahren schnell zu expandieren. Das Tech-Unternehmen betreibt verschiedene Online-Marktplätze in diversen Sparten und ist in 18 Ländern (Tendenz steigend) vertreten.

Obwohl Scout24 eigentlich schon 1998 gegründet wurde, expandiert es erst seit den vergangenen vier Jahren aggressiv, hat seitdem sein Angebot erweitert und dabei etliche größere Unternehmen aufgekauft.

Die Website von Scout24 bietet inzwischen weltweit Millionen Usern Immobilien, Mietobjekte, Jobangebote, Urlaubsreisen und Kleinanzeigen.

Die erste Übernahme des Unternehmens war Dealstar, ein beliebtes Portal für tägliche Schnäppchen, das es 2012 für eine nicht näher genannte Summer aufkaufte. Seitdem hat Scout24 große Summen investiert, um 2014 das CRM-Unternehmen Flowfact zu erwerben. Danach erstand es 2018 Finanzcheck, den größten deutschen Marktplatz für Verbraucherkredite. Ganz offensichtlich hat dieses Unternehmen Großes vor und verfügt über einen wachsenden Anteil eines expandierenden wichtigen Marktes.

Carl Zeiss AG

Die Carl Zeiss AG, die unter dem Handelsnamen ZEISS operiert, ist einer der größten Hersteller von Optoelektronik. ZEISS, das auf eine Erfahrung von 174 Jahren zurückblickt, ist in der letzten Zeit darum bemüht, weltweit präsenter zu werden und seine Marktreichweite zu erhöhen. Das in einem Ausmaß, dass es in absehbarer Zukunft Mitglied des DAX werden könnte.

Zwar ist der Fokus des Unternehmens, der auf Kameraobjektiven liegt, vielversprechend - die Abnehmer sind u.a. einige der größten Handyhersteller. Doch ist die Tochtergesellschaft Zeiss Meditec AG wahrscheinlich eher der Grund für eine Aufnahme in den DAX.

Meditec entwickelt, produziert und vertreibt Medizintechnik für die Augen wie medizinische Laser, chirurgische Mikroskope, diagnostisches Equipment und Sehhilfen. Der Markt, den ZEISS offensichtlich einnehmen möchte, wächst besonders schnell und gehört zu den lukrativsten überhaupt.

Vor kurzem übernahm das Unternehmen Industrieriesen wie das US-amerikanische IanTech und erhielt 2018 von der FDA (Behörde für Lebensmittel- und Arzneizulassungen in den USA) die Zulassungen für diverse Behandlungen. Das Unternehmen ist es auf jeden Fall wert, in den nächsten Jahren genauer beobachtet zu werden, vor allem wenn Sie auf dem DAX 30 in Index-Future investieren und sie handeln möchten

Welche Unternehmen sind seit dessen Einführung Teil des DAX und warum?

Die ältesten DAX Unternehmen

Quelle: Bloomberg

Seit Bestehen des DAX haben ihn viele Unternehmen betreten und wieder verlassen. Einige Konzerne zeigten sich dagegen besonders unbeeindruckt von den wechselnden Marktbedingungen und der Konkurrenz, die andere wiederum des Feldes verwiesen hat. Insgesamt konnten sich seit dessen Einführung am 1. Juli 1988 13 Unternehmen dauerhaft auf dem DAX halten.

Sie haben es aus verschiedenen Gründen geschafft, Jahr für Jahr an der Spitze zu bleiben und so die Konkurrenz zu schlagen. Wie sie das erreicht haben, erfahren Sie in unserem zusammenfassenden Bericht über die besonders langlebigen DAX Unternehmen.

Allianz

Branche: Versicherung

Gründungsjahr: 1890

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 316,50 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 221,50 EUR

Die Allianz, die am 5. Februar 1890 in Berlin von Carl von Thieme gegründet wurde, war eine der ersten Versicherungsgesellschaften, die vorhatte, wirklich weltweit zu operieren. Kurz nach ihrer Gründung unterhielt die Allianz bereits Niederlassungen in London, Amsterdam, Brüssel, Paris, Schweden und Milan. Heute ist sie, was die Einnahmen angeht, die größte Versicherungsgesellschaft und der größte Anbieter für Finanzdienstleistungen.

In einigen Jahren ihres Bestehens zählte sie außerdem zu den größten Finanzdienstleistungsunternehmen. Sie bietet ihren Service in über 70 Ländern an und beschäftigt 147.000 Mitarbeiter. Damit ist sie deutschlandweit einer der größten Arbeitgeber. Sieht man von ihrem kurzen und misslungenen Vorstoß in das Bankwesen ab, bei dem sie die Dresdner Bank übernahm, konzentriert sich die Allianz maßgeblich auf ihr Kerngeschäft.

Dafür kaufte sie Dutzende kleiner und größerer Versicherungsfirmen in etlichen Ländern auf und fusionierte sie unter dem Namen Allianz. Da sie 2019 mehr als 109,5 Milliarden Euro eingenommen und Vermögenswerte über 0,8 Billionen Euro besitzt, wird die Allianz mit großer Wahrscheinlichkeit auch in absehbarer Zukunft noch zu den wichtigsten und einflussreichsten Unternehmen Deutschlands zählen.

BASF

Branche: Chemikalien

Gründungsjahr: 1865

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 25,60 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 67,27 EUR

BASF, was für „Badische Anilin- & Soda-Fabrik" steht, produzierte ursprünglich Teerfarbstoffe und deren Vorprodukte und wurde am 6. April in Mannheim von Friedrich Engelhorn gegründet. Inzwischen ist das Unternehmen der weltweit der zweitgrößte Hersteller von Chemikalien. Es ist mehr als 80 Ländern aktiv und beschäftigt insgesamt mehr als 117.000 Mitarbeiter.

Der Konzern gilt als einer der ersten, der vitalchemische Stoffe wie Ammoniak und Schwefelsäure im großen Maßstab künstlich herstellte. Er wurde im späten 20. Jahrhundert weltweit bekannt, als er Konkurrenten wie Herbo, Ciba oder Sorex Ltd. aufkaufte, die mehrere Milliarden Euro wert waren. Für kurze Zeit war das Unternehmen einer der bekanntesten Hersteller von Unterhaltungselektronik.

In den 90er-Jahren zog es sich jedoch aus diesem Sektor zurück und konzentrierte sich wieder auf Chemikalien. 2019 beliefen sich BASFs Einnahmen auf 54,7 Milliarden Euro. Die Assets des Konzerns waren dagegen insgesamt 79,1 Milliarden Euro wert.

Bayer

Branche: Pharmazie, Chemikalien

Gründungsjahr: 1863

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 46,35 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 72,58 EUR

Bayer, das im heutigen Wuppertal 1863 von Friedrich Bayer und dessen Partner Johann Friedrich Weskott gegründet wurde, beschäftigte sich zu Beginn ausschließlich mit der Herstellung kommerzieller Färbemittel. Das hat nur noch wenig mit der aktuellen Rolle des Unternehmens zu tun.

Inzwischen ist es nämlich weltweit einer der größten, einflussreichsten Pharmaziekonzerne und für die Erfindung zahlreicher weltbewegender Arzneimittel verantwortlich. Sein erstes und bekanntestes Produkt war Aspirin, für das es derzeit immer noch in über 40 Ländern die Markenrechte hat - das entspricht Einkünften im Milliarden-Bereich. Das Unternehmen ist auch dafür berüchtigt, dass es 1898 den Markennamen „Heroin" schützen ließ.

Damals dachte man noch, die tödliche Droge eignete sich als Arznei gegen Husten. Seitdem ist Bayer stark expandiert und hat andere große Pharmazieunternehmen auf der ganzen Welt übernommen und wurde dabei hin und wieder in Streitigkeiten mit seinem lebenslangen Erzrivalen Merck verstrickt. Wie viele wissen, hat Bayer mit seiner CropScience Division in der letzten Zeit Fuß auf dem stark wachsenden Markt für genetisch modifizierte Pflanzen gefasst. Im Jahr 2019 gab Bayer Einkünfte von 39,6 Milliarden Euro an. Die Vermögenswerte des Unternehmens beliefen sich dagegen auf 117,9 Milliarden Euro.

BMW

Branche: Automobilindustrie

Gründungsjahr: 1916

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 29,49 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 73,32 EUR

Die Bayerische Motoren Werke AG wurde im Jahr 1916 durch die Zusammenführung der Betriebe von Karl Rapp, Franz Josef Popp, und Camillo Castiglioni gegründet. BMW, das das Licht der Welt ursprünglich als Hersteller von Flugzeugmotoren erblickte, wechselte 1918 zur Produktion von Teilen von Motorradmotoren, Equipment für die Landwirtschaft und Zugbremsen.

Danach entwickelte es 1923 sein damals erstes Fahrzug, das Motorrad BMW R32. In den 50er-Jahren fand das Unternehmen seine Nische, die es auch heute noch besetzt, nämlich Luxusautos. Doch gelang der weltweite Durchbruch erst, als es in den 60ern mit der Massenproduktion von Mittelklassewagen begann. Sieht man von der Übernahme von Rolls Royce ab, zu der es 1998 kam, hält BMW generell wenig von Aufkäufen. Stattdessen konzentriert sich der Konzern darauf, seine eigene Marke im Laufe der Zeit Stück für Stück weiter aufzubauen.

Heutzutage laufen bei BMW jedes Jahr ein paar Millionen Fahrzeuge vom Band. Somit gehört es zu den größten Automobilherstellern weltweit. Das Unternehmen ist einer der wichtigsten Akteure im professionellen Rennsport und versorgt die Formel 1 und die Isle of Man TT mit Autos und Autoteilen. Mit Einkünften, die 2019 bei 95 Milliarden Euro lagen und Assets in einem Wert von 210 Milliarden Euro ist BMW der Inbegriff eines Industrieriesens.

Daimler

Branche: Automobilindustrie

Gründungsjahr: 1926

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 73,00 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 49,07 EUR

Daimler, das viele bloß Mercedes nennen, da das eben die Kultmarke des Unternehmen ist, wurde am 28. Juni 1926 als Daimler-Benz AG gegründet. Sie entstand durch die Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. Seitdem produziert der Konzern hochwertige Luxusautos und ist vor allem für seine Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Maybach bekannt.

Seit seiner Entstehung hat Daimler massiv von seinem hart erkämpften Ruf als Hersteller von Fahrzeugen höchster Qualität profitiert und hat generell auf Übernahmen verzichtet. Den größten Rückschlag seiner Geschichte erlitt das Unternehmen 1998 durch seine vom Pech verfolgte „Fusion auf Augenhöhe" mit dem US-Autoriesen Chrysler, damals die größte Industriefusion der Geschichte, die einem Wert von 32 Milliarden Euro entsprach.

Kaum zehn Jahre später verkaufte Daimler Chrysler für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises an eine Private-Equity-Gesellschaft und konzentrierte sich fortan auf die Produktion von Mercedes Fahrzeugen. 2019 verkaufte das Unternehmen 3,3 Millionen Fahrzeuge. Damit steht es in Sachen Autoproduktion an 13. Stelle und ist der größte LKW-Hersteller der Welt.

Da es 2019 Einnahmen von 158 Milliarden Euro verzeichnete und Vermögenswerte über 280 Milliarden Euro besaß, ist es sehr wahrscheinlich, dass Daimler seinen Platz an der Spitze auch in absehbarer Zukunft behalten wird.

Deutsche Bank

Branche: Bankwesen

Gründungsjahr: 1870

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 83,88 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 7,25 EUR

Obwohl es die Deutsche Bank in der letzten Zeit nicht immer einfach gehabt hat, gehört sie zu den ganz Großen der Finanzwelt. Die Deutsche Bank, die am 10. März 1870 in Berlin ausdrücklich mit dem Ziel gegründet wurde, den Außenhandel zu finanzieren und die deutschen Importe zu fördern, war eine wichtige Triebfeder in Deutschlands Aufstieg zur einer der weltweit größten Industriemacht.

Heute ist sie das größte Bankinstitut Deutschlands, nach den Vermögenswerten die 17. größte Bank der Welt und eines der wenigen Unternehmen, das doppelt börsennotiert ist, nämlich an der Frankfurter Börse und der New York Stock Exchange. Die Deutsche Bank war zwar schon immer ein Branchenführer, doch hatte sie in den vergangenen Jahren mit diversen Skandalen und strukturellen Problemen zu kämpfen und litt 2008 besonders stark unter den Folgen der Finanzkrise.

Damals musste sie an Aufsichtsbehörden Geldstraßen in Milliarden-Höhe entrichten. Im Moment durchläuft die Deutsche Bank ein Umstrukturierungsprogramm, das mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird und die Finanzen ordnen soll. Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass sie weltweit immer noch eines der einflussreichsten Finanzinstitute ist.

E.ON

Branche: Energie

Gründungsjahr: 2000 (vorher Veba/VIAG)

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 14,61 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 9,51 EUR

E.On, das ursprünglich im Jahr 2000 durch die Fusion der zwei deutschen Energieinstitutionen VEBA und VIAG gegründet wurde, ist inzwischen einer der weltweit größten Energiekonzerne, der Haushalte und Betriebe in über 30 Ländern mit Strom versorgt. In den ersten Jahren seines Bestehens konzentrierte man sich bei E.On auf den deutschen Markt.

Ab 2003 wurde das Unternehmen internationaler ausgerichtet und übernahm in- und ausländische Energieriesen wie Ruhrgas, Sydkraft, OGK-4 und Acciona. Es gehört inzwischen in Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Spanien und Schweden zu den führenden Energielieferanten und hat sein Geschäftsmodell in den letzten Jahren angepasst, indem es in Sachen erneuerbarer Energie federführend geworden war.

Dafür hat E.ON wichtige Produzenten grüner Energie wie Innogy aufgekauft und im Vereinigten Königreich sowie in den USA, Polen und Schweden einige der weltweit größten Windkraftanlagen errichtet. E.ON, das 2019 Einnahmen von 37,9 Milliarden Euro verzeichnete und Vermögenswerte von über 50,5 Milliarden Euro besitzt, kann kaum ein anderes Energieunternehmen das Wasser reichen.

Henkel

Branche: Gebrauchsgüter, Chemikalien

Gründungsjahr: 1876

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 20,97 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 91,22 EUR

Henkel, das vor 144 Jahren unter dem Namen Henkel & Cie von Friedrich Karl Henkel in Aachen gegründet wurde, bot ursprünglich ein erfolgreiches Waschmittel an, das dank der Vorliebe des Gründers für Chemikalien für den Haushaltsbedarf entwickelt wurde. Die ersten 100 Jahre seiner Existenz verbrachte das Unternehmen damit, seine Position auf dem Markt für Reinigungsprodukte zu festigen, indem es Marken wie Persil oder Purex erschuf, die darauf große Bekanntheit erlangten.

Ab den 70er-Jahren begann Henkel damit, aggressiv in wachstumsstarke Branchen wie Kosmetik oder Industrieklebstoffe zu investieren. Es folgte ein Kaufrausch aus Übernahmen, der riesige Konzerne wie die AOK, Advanced Research Laboratories, und Sun Products umfasste. Henkel mag den westlichen Markt für Beauty- und Haushaltsprodukte nicht so stark dominieren wie sein Hauptrivale Proctor & Gamble.

Allerdings tritt es auf den Märkten in Asien und dem Nahen Osten deutlich stärker auf. Inzwischen leben mehr als 80% der 53.700 Mitarbeiter Henkels außerhalb von Deutschland. Dabei betreibt die Firma in über einem Dutzend Länder Büros und Entwicklungslabors. Durch Einnahmen und Vermögenswerte, die 2018 18,5 Milliarden Euro bzw. 25,3 Milliarden Euro betrugen, hat Henkel der Welt demonstriert, wie profitabel Seife und Makeup sein können.

Linde

Branche: Industriegas

Gründungsjahr: 1879

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 26,75 USD

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 205,36 USD

Die Linde Group ist weltweit das größte Unternehmen für Industriegas, beschäftigt auf dem gesamten Globus 60.000 Mitarbeiter und ist in über 100 Ländern vertreten - das vor allem dank seines umfangreichen Netzwerkes aus 600 assoziierten Firmen. Die Linde Group erblickte das Licht der Welt in Deutschland und unter dem Namen Linde AG.

Gegründet wurde sie 1879 durch Carl von Linde, der damit beabsichtigte, seine Kühlsysteme für die Brau- und Nahrungsmittelindustrie weiter zu entwickeln. Das Unternehmen schluckte im kommenden Jahrhundert jedes Unternehmen des Sektors für Industriegas, das nicht niet- und nagelfest war. Dazu gehörten AGA AB, Lincare Holdings und die BOC Group, für die der Konzern 13 Milliarden Euro in Geldform bezahlte.

Als die Linde AG mit dem US-amerikanischen Gasunternehmen Praxair fusionierte, erhielt es den Namen Linde Group. Der Zusammenschluss festigte seine Position als größter Gesellschaft für Industriegas der Geschichte. Im letzten Jahr erwirtschaftete die Linde Group 23,7 Milliarden Euro und weiste gleichzeitig Vermögenswerte über 33,7 Milliarden Euro aus.

RWE

Branche: Energie

Gründungsjahr: 1898

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 37,49 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 26,84 EUR

RWE, ein weiterer globaler Energieriese, versorgt mehr als 30 Millionen Kunden mit Strom - die meisten davon wohnen in Europa. Der Konzern, der 1898 von einer Gruppe Industrieller in Essen gegründet wurde, ging erst ein paar Jahre später, 1900, mit seinem ersten Kraftwerk ans Netz. Während einem Großteil der 100 Jahre, seit denen RWE besteht, konzentrierte es sich auf Westdeutschland.

Anfang des 21. Jahrhunderts richtete man das Unternehmen jedoch globaler aus und expandierte nach Übersee. Das Vorhaben wurde von einigen aufsehenerregenden Schlagzeilen über Übernahmen unterstützt wie etwa der endgültige Ankauf von American Water und Thames Water, die beide später wieder verkauft wurden, sowie die Übernahme von Energiegesellschaften in Polen, Slowenien, den USA und in Deutschland.

Wie auch E.ON hat RWE im Sektor erneuerbare Energien große Fortschritte gemacht, obwohl der Konzern Innogy, sein wichtigstes Tochterunternehmen für grüne Energie, 2018 an E.ON verkaufte. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit fast 6.000 Mitarbeiter und verdiente im letzten Jahr einen Nettoertrag von 12,4 Milliarden Euro. Außerdem erhöhte es seine Vermögenswerte auf 78,3 Milliarden Euro.

Siemens

Branche: Industrie, Elektronik

Gründungsjahr: 1847

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 90,47 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 116,36 EUR

Siemens, eine Ikone der deutschen Wirtschaft und in Sachen Börsenwert eines der größten Unternehmen auf dem DAX, ist der Inbegriff eines massiven Konglomerats - es ist an Gesundheitstechnologie, Elektronik, Stromerzeugung und PLM Software interessiert, um nur einige wenige zu nennen. Es ist das größte Unternehmen für industrielle Fertigung Europas und steht in Sachen Einnahmen an 18. Stelle.

Außerdem ist es das älteste Unternehmen, das seit dessen Gründung auf dem DAX steht. Das erste Produkt des Konzerns, der 1947 von Werner von Siemens und Johann Georg Halske unter dem Namen Siemens & Halske gegründet wurde, war ein Telegraph, der statt Morsezeichen Nachrichten anzeigen konnte - damals das erste Gerät seiner Art.

Weitere wichtige Erfindungen von Siemens, die dessen globale Marktpräsenz gefestigt haben, waren u.a. das erste Wasserkraftwerk, der erste Lautsprecher und die erste elektrische Bahn. Siemens ist während des vergangenen Jahrhunderts meist unaufhaltsam weltweit expandiert, indem es für Milliarden-Beträge Branchenriesen wie Plessey, Westinghouse Power Generation, Invensys, Dresser-Rand Group und Brande übernommen hat.

Inzwischen arbeiten für Siemens und dessen zahlreiche Tochtergesellschaften weltweit knapp 385.000 Mitarbeiter. Damit zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern auf dem Globus. Bei Einnahmen und Vermögenswerten, die im letzten Jahr 79 Milliarden Euro bzw. 137 Milliarden Euro betrugen, ist Siemens in der Sparte Produktion ein besonders einflussreicher globaler Akteur.

Volkswagen

Branche: Automobilindustrie

Gründungsjahr: 1937

Aktienkurs vom 3. Januar 2000: 31,01 EUR

Aktienkurs vom 3. Januar 2020: 176,64 EUR

Auf der ganzen Welt kann es kaum ein anderer Autohersteller mit Volkswagen aufnehmen. Da das Unternehmen jedes Jahr mehr als 10 Millionen Fahrzeuge verkauft, bringt VW schon seit einigen Jahren in Folge den begehrten Titel „weltweit größter Autohersteller" nach Hause.

Es dominiert den europäischen Markt nun seit 20 Jahren, während es sich 2018 auch den Titel für das weltweit größte Produktionsunternehmen gesichert hat und als siebtgrößtes Unternehmen des gesamten Globus gilt. Der Konzern, der 1937 von der Deutschen Arbeitsfront der NSDAP gegründet wurde, um für das Regime einen „Volkswagen" zu produzieren, verkaufte zunächst, in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens, nur ein Modell an, nämlich den Typ 1, der heute weltweit besser unter dem Namen Käfer bekannt ist.

Nach dem Krieg ließ das Unternehmen seine dunkle Vergangenheit hinter sich und wurde auf der ganzen Welt erfolgreich, indem es hochwertige erschwingliche Familienautos in Masse produzierte. Viele seiner Modelle wie der Golf Mk1 gehören zu den erfolgreichsten Autos der Geschichte - mehrere Millionen Stück wurden weltweit verkauft.

Seit den 90er-Jahren expandiert VW stark, indem es bekannte Marken wie SEAT, Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche und Skoda aufkauft. Bei Einnahmen und Vermögenswerten, die sich 2019 auf 238 Milliarden Euro bzw. 446 Milliarden Euro beliefen, gibt es nur wenige Unternehmen, die finanziell und industriell in derselben Liga wie VW spielen.

Vergleich des DAX mit anderen internationalen Aktienindizes

DAX Branchen

Quelle: Bloomberg

Der DAX mag die Top-Unternehmen Deutschlands repräsentieren, doch wie schneidet er im Vergleich zu den großen Aktienindizes anderer Länder ab? Genau wie der DAX werden auch andere Börsenindizes für gewöhnlich von wenigen, bestimmten Branchen dominiert.

Zwar sind Indizes nützlich, um sich einen Überblick über die Wirtschaftslage einer Nation zu verschaffen, doch sollte man dabei auch den Einfluss der Globalisierung nicht außer Acht lassen. Auf der ganzen Welt dominieren meist ein paar wenige Branchen wie Öl, Energie, Automobilbau und Bankwesen.

Gleichzeitig sind die größten Unternehmen im DAX und anderen Indizes niemals nur am Inland tätig. Sie streben stattdessen eine globalen Ausrichtung an. Adidas ist beispielsweise ein besonders wichtiges Mitglied des DAX, das man weltweit fälschlicherweise oft für ein US-amerikanisches Unternehmen hält.

Das soll allerdings nicht heißen, dass die größten Indizes kaum zu unterscheiden sind. Sie alle bieten einzigartige Features und haben ihre Stärken und Schwächen, die jeder kennen sollte, der Aktien auf dem DAX handeln oder andere Trades durchführen möchte. Sehen wir uns näher an, wie ein Vergleich zwischen dem DAX und anderen wichtigen Börsenindizes aus der ganzen Welt aussieht.

DAX

Börsenwert (Stand: Januar 2020): 1,09 Billionen Euro.

Wichtigste Branchen: Energie, Autobau, Chemikalien, Finanzwesen, Pharmazie

Größte Unternehmen: SAP, Siemens, Bayer, BASF, Allianz

Wachstum 2019: +25,48 %

CAC 40 (Frankreich) vs. DAX

Börsenwert: 1,68 Billionen Euro

Wichtigste Branchen: Bankwesen, Kleidung und Accessoires, Raumfahrt, Autobau

Größte Unternehmen: Total S.A., AXA, Carrefour, Credit Agricole, Peugeot

Wachstum 2019: +26,37 %

Financial Times Stock Exchange (Vereinigtes Königreich) vs. DAX

Börsenwert: 2,15 Billionen Euro

Wichtigste Branchen: Bankwesen, Raumfahrt, Nahrungs- und Arzneimittel, Versicherung, Medien

Größte Unternehmen: BP, HSBC, Tesco, Vodafone, GlaxoSmithKline

Wachstum 2019: +12,10 %

Dow Jones Industrial Average (USA) vs. DAX

Börsenwert: 7,01 Billionen Euro.

Wichtigste Branchen: Finanzdienstleistungen, IT, Pharmazie, Einzelhandel, Verteidigung

Größte Unternehmen: Apple Inc., UnitedHealth Group, The Home Depot, McDonald’s, Visa Inc.

Wachstum 2019: +22,34 %

Nikkei 225 (Japan) vs. DAX

Börsenwert: 3,78 Billionen Euro.

Wichtigste Branchen: Maschinenbau, Elektronik, Autobau, Bau, Chemikalien

Größte Unternehmen: Chugai Pharmaceutical, Daiichi Sankyo, Fast Retailing, Daikin Industries, Central Japan Railway

Wachstum 2019: +18,20 %

SSE 50 (China) vs. DAX

Börsenwert: 1,8 Billionen Euro

Wichtigste Branchen: Bankwesen, Bau, Immobilien, Versicherung, Energie

Größte Unternehmen: Sinopec Group, China State Construction Engineering, Industrial and Commercial Bank of China, Ping An Insurance

Wachstum 2019: 15,16 %

Fazit

Die Unternehmen, die imDAX notieren, repräsentieren auf verschiedene Arten auch die Teile der deutschen Wirtschaft, die besonders gefeiert werden. All die bekannten Marken, die Teil des DAX 30 sind, spiegeln die Tugenden Widerstandskraft, Innovation, Flexibilität und Qualität wider.

Einige der Mitglieder belegen seit dessen Gründung die vordersten Plätze des DAX. Andere sind dagegen frische Zugänge, die die Schwankungen und Schwierigkeiten repräsentieren, denen die deutsche Wirtschaft derzeit ausgesetzt ist.

Erfahren Sie hier auf DailyFX im Rahmen der täglichen DailyDAX Prognosen, wie sich der DAX in 2020 und in den kommenden Jahren entwickeln wird. Oder lesen Sie einfach unsere Quartalsprognosen für Aktien.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.